Basels Stresstest gegen ManU

Gastiert heute Abend mit Manchester United in Basel: Starcoach José Mourinho.
Gastiert heute Abend mit Manchester United in Basel: Starcoach José Mourinho. © Keystone/Georgios Kefalas
Manchester United genügt heute in Basel ein Remis zum vorzeitigen Sieg in der Champions-League-Gruppe A. Der FCB muss ebenfalls punkten, um seine Achtelfinal-Chancen nicht zu beeinträchtigen.

Im Tagesgeschäft ist die Situation der beiden Teams vergleichbar. Beide sind momentan auf Position 2 und deutlich hinter dem Leader klassiert. Ansonsten spielen die Bebbi indes im Wortsinn in einer anderen Liga. Die Prominenz aus der Premier League ist auf europäischer Ebene seit über einem Jahr unschlagbar gut – einer beeindruckenden Serie in der Europa League folgte das perfekte Comeback im lukrativsten Klubwettbewerb.

Raphael Wickys Elf wird einem nächsten Stresstest unterzogen. Was gegen die Weltklasse-Auswahl auszurichten sein wird, ist schwierig abzusehen. José Mourinho ist nicht bekannt für Experimente. Und dass der etwas fragilere Schweizer Meister gegen die momentan beste Abwehr der englischen Liga eine Lücke vorfindet, ist unwahrscheinlich; in 18 Partien seit der Sommerpause liess Manchester zwölfmal kein Gegentor zu.

Prognosen sind im Zusammenhang mit Rotblau schwierig. Die Schwankungen sind beträchtlich – auch innerhalb der Spiele. Seit dem Tiefpunkt in St. Gallen (1:2) hat der FCB nur noch einmal (1:2 gegen ZSKA Moskau) verloren, aber gleichwohl an Terrain eingebüsst. In den ersten 15 Meisterschaftsrunden resultierten für den Dominator der letzten sieben Jahre 15 Punkte weniger als 2016. International hingegen sind die Achtelfinal-Perspektiven paradoxerweise deutlich besser.

Die United besitzt nach schwierigen Jahren und teilweise konfuser Vereinspolitik wieder das Volumen für den ganz grossen Wurf. José Mourinho steht ein Ensemble zur Verfügung, das an guten Tagen jeden Herausforderer Europas vor Probleme stellen kann. Paul Pogba, Frankreichs kräftiges Status-Symbol, die beiden Edel-Spanier Juan Mata und Ander Herrera oder der belgische Serientorschütze Romelu Lukaku erfüllen allesamt höchste Ansprüche.

Und beim 4:1 gegen Newcastle kehrte am vergangenen Samstag der schwedische Altmeister Zlatan Ibrahimovic knapp sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss zurück. Der 36-jährige Charakterkopf erweitert den ohnehin schon grossen personellen Spielraum um eine weitere Dimension. Er peilt zusammen mit Mourinho, hinter dem Stürmer der zweitgrösste Egozentriker der United, weitere Trophäen an: «Alles ist möglich. Wir sind stärker als in der letzten Saison.»

Im wirtschaftlichen Bereich hat der Gigant aus dem Nordwesten Englands den Vorstoss an die internationale Spitze wieder vollzogen. Nach elf Jahren verdrängte die von der US-Familie Glazer kontrollierte Organisation den Champions-League-Rekordsieger Real Madrid von der Spitze der Money League. 689 Millionen Euro setzte die Cash-Maschine nach Angaben der Buchprüfer von «Deloitte» um.

Dank der bis anhin makellosen 22. Kampagne im europäischen Elite-Wettbewerb ist der MUFC erneut auf Expansionskurs. Im ersten Geschäftsquartal wies der Verein die neue Umsatzbestmarke von 186 Millionen Franken aus. Die Vorwärtsstrategie wird anhalten, spätestens im nächsten Sommer ist auf dem Transfermarkt mit einem Powerplay der United zu rechnen.

(SDA)


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