Baumhütten für Autoren in Montricher VD eingeweiht

Im waadtländischen Montricher ziehen die ersten Autoren in die Baumhütten der Fondation Jan Michalski ein.
Im waadtländischen Montricher ziehen die ersten Autoren in die Baumhütten der Fondation Jan Michalski ein. © KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Im Waadtländer Dorf Montricher treffen die ersten Autoren für einen Aufenthalt zum Schreiben in einer einzigartigen Umgebung ein. Sie dürfen in eine der sieben Baumhütten der Fondation Jan Michalski einziehen.

Für die sieben Baumhütten hatte die Stiftung nicht weniger als 885 Anfragen, wie Vera Michalski-Hoffmann bei der Einweihung am Dienstag in Montricher sagte. «Es war eine richtige Herausforderung, alle Dossiers aufmerksam zu prüfen und durchzukämmen.»

Schliesslich wurden 29 Autoren, Übersetzer und andere Künstler ausgewählt. Die «Fondation Jan Michalski pour l’écriture et la littérature» wird mit dem Bau der Autoren-Residenzen vollendet. Vera Michalski-Hoffmann hatte die Stiftung 2004, zwei Jahre nach dem frühen Tod ihres Ehemannes gegründet. In Montricher wurde 2009 der erste Grundstein für den ambitionierten Bau eines Literaturhauses gelegt.

Das «Maison de l’Écriture» wurde Anfang 2014 eröffnet. Es versteht sich als Begegnungsort für Literatur und bietet eine Aula mit 120 Plätzen, einen modulierbaren Ausstellungsraum sowie eine Bibliothek für 80’000 Bücher.

Der hohe Bau am Fusse des Mont Tendre ist von weissen Säulen umgeben, die ein perforiertes Dach tragen. In diesen Säulen hängen nun die sieben Baumhütten, die alle von unterschiedlichen Architekten gestaltet wurden.

In jeder Hütte finden Schriftsteller zwischen 20 und 30 Quadratmeter Raum vor, mit einem Bett und einer Küche, einem Badezimmer und vor allem mit einem Arbeitsplatz mit Aussicht über die Waadt., den Genfersee und die Alpen.

Ihnen steht die Bibliothek der Stiftung zur Verfügung, sowie eine grosse Gemeinschaftshütte, wo zusammen gekocht oder Zeit verbracht werden kann. Unter den ersten ausgewählten befinden sich die beiden Schweizer Autoren Philippe Rahmy und Thomas Sandoz.

Zudem wird die indische Journalistin und Autorin Taran Khan an ihrem Projekt «Walk in Kabul» arbeiten und der deutsche Übersetzer Maximilian Gillessen tätig sein. Die ersten Autoren ziehen bereits am Mittwoch in die Hütten ein.

Die Aufenthaltsdauer variiert zwischen zwei Wochen und sechs Monaten. Schon am ersten Mai wird der Wettbewerb für die Bewerber für 2018 eröffnet.

(SDA)


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