Bei Bubble Beatz hat’s sich ausgetrommelt

Nach 17 Jahren intensiver Müllverwertung trennt sich das berühmteste Altmetall-Duo der Schweiz. Grund ist nicht ein Streit oder Langeweile, sondern schlicht der Wunsch nach neuen Horizonten – im wahrsten Sinn des Wortes.

Kay Rauber und Christian Gschwend trommeln sich seit 1999 regelmäsig die Seele aus dem Leib. “Wir wollen das Publikum komplett ausrasten lassen”, beschreibt Gschwend die Mission des Duos. Die zwei St.Galler Drummer haben viel erreicht: Bis heute reisten Bubble Beatz quer durch Europa und China und spielten ihre schweisstreibende Show fast 500 Mal.

Den Karrierehöhepunkt erreichten sie 2010, als sie in der RTL-Show “Das Supertalent” Dieter Bohlen, seine Mitjuroren und ein Millionenpublikum begeisterten. In der Finalsendung schrammten sie zwar knapp am Sieg vorbei, doch die Fernsehauftritte bescherte ihnen zahlreiche ausverkaufte Shows. Rauber beschreibt es als eine intensive Zeit, er habe es zeitweise gar nicht mehr geniessen können. Nächstes Jahr soll nun Schluss damit sein.

Trommel gegen Schiff getauscht

Das Duo trennt sich im Guten. Der Grund für das Ende von Bubble Beatz ist die geplante Weltreise von Kay Rauber. “Ich werde mit einem Freund von mir drei bis vier Jahre eine Segeljacht um die Welt steuern”, sagt der diplomierte Krankenpfleger. “Das Schiff liegt jetzt in Trinidad vor Anker.”

Die nötigen Bewilligungen habe er bereits beieinander. “Bis es losgehen kann, müssen wir noch ordentlich daran herumschleifen”, sagt Rauber. Den Umgang mit Metall ist er sich nach bald 17 Jahren “Metall-Musik” bestens gewöhnt. Die Musik könne er wahrscheinlich trotzdem nicht lassen, denn er will mindestens eine Trommel mit auf See nehmen. “Und im Notfall habe ich ja ein ganzes Schiff aus Metall zum auseinander schweissen”, sagt er.

The Show must go on

Bühnenpartner Gschwend habe die Pläne von Rauber gut verkraftet, sagt dieser. Und da sich die beiden Musiker nicht im Streit auflösen, hauen sie 2016 mit einer Abschiedstournee nochmals richtig auf den Putz. Die Show wird voll bepackt sein mit dem besten der vergangenen 17 Jahre. Neu ist ein überdimensioniertes Hackbrett aus einem halbierten Ölfass und eine sogenannte “Weld-Drum”, ein ebenfalls selbstentwickeltes Instrument. Und natürlich darf die übergrosse Panflöte aus Abwasserrohren, die mit Flipflops bespielt wird, nicht fehlen.

Auftakt der Abschiedstournee ist morgen in Bern. Da werden Bubble Beatz im Rahmen der Spendenaktion “Jeder Rappen zählt” von SRF auftreten. Ebenfalls fest steht der 19. Februar im Casino Herisau. “Und wir hoffen auf einen guten Festivalsommer”, sagt Rauber. Ausserdem wird das Schaffen der Klangkünstler bald in einem Film gezeigt. “Melody of Noise” soll im 1. Quartal 2016 in die Kinos kommen.

Bubble Beatz wird weiterleben

Im Herbst ist dann definitiv Schluss für die beiden. “Ich habe mich per 1. September abgemeldet”, sagt Kay Rauber. Er und Gschwend werden aber in den kommenden Monaten mehrere Male nach China reisen und beratend bei der Entwicklung einer neuen Show tätig sein. Ihr gesamtes China‐Equipment, das momentan in Peking lagert, haben Bubble Beatz an die Yang Liping Dance Company verkauft. Deren Erfolgsshow “Dynamic Yunnan” mit über 60 Musikern und Tänzern wird seit zehn Jahren täglich in Kunming gezeigt.

Nun arbeitet Yang Liping, die berühmteste Tänzerin Chinas, mit dem artistical director der Jackie Chan Filme, Mitglieder des Cirque de Soleil und eben Bubble Beatz an einer neuen Show, welche Anfang 2016 in Lijiang Premiere feiern wird.

(chf)


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