Erneut umstrittener Atomreaktor in Belgien nach Panne vom Netz

Das belgische AKW Doel: Ein Reaktor wurde an Heiligabend wieder hochgefahren. (Archivbild)
Das belgische AKW Doel: Ein Reaktor wurde an Heiligabend wieder hochgefahren. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/JULIEN WARNAND
In Belgien ist erneut ein umstrittener Atomreaktor wegen einer Panne vom Netz genommen worden. Wie der Betreiber Electrabel am Freitag mitteilte, wurde im Reaktor Doel 3 bei Antwerpen ein Wasserleck an einem Generator im nicht-nuklearen Bereich der Anlage entdeckt.

Um den Schaden reparieren zu können, sei der Reaktor in der Nacht abgeschaltet worden, sagte ein Sprecher der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

Der Reaktorblock 3 war erst am Montag nach 21 Monaten Pause wieder ans Netz gegangen. Am Donnerstagabend hatte Electrabel den Reaktor Doel 2 wieder hochgefahren, Doel 1 soll am Sonntagabend folgen.

Belgien hat an den Standorten Doel und Tihange insgesamt sieben Atomreaktoren. In Tihange soll am Samstag der Reaktorblock 1 wieder hochgefahren werden. Er war vor einer Woche nach einem Feuer im nicht-nuklearen Bereich der Anlage automatisch heruntergefahren worden.

Doel 3 ist von gleicher Bauart wie das AKW Beznau. Bei diesem war im Oktober bekannt geworden, dass es gemäss dem vorläufigen Untersuchungsbericht des Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) 925 Stellen mit Materialfehlern hat. Demnach sind die Materialfehler im Reaktordruckbehälter durchschnittlich 7,5 mal 7,5 Millimeter gross.

In den Dokumenten vergleicht das ENSI die Materialfehler in Beznau und Doel 3 miteinander. So wurden in Doel 12’000 schadhafte Stellen gefunden. Deren Durchmesser ist doppelt so gross wie in Beznau.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen