Belgische Polizei nimmt bei Anti-Terror-Einsatz 16 Personen fest

Ausnahmezustand in Belgien: Spezialeinheiten haben nach den Anschlägen von Paris 16 Personen vorübergehend festgenommen. Der Einsatz läuft weiter.
Ausnahmezustand in Belgien: Spezialeinheiten haben nach den Anschlägen von Paris 16 Personen vorübergehend festgenommen. Der Einsatz läuft weiter. © KEYSTONE/EPA/OLIVIER HOSLET
Die belgische Polizei hat bei zahlreichen Anti-Terror-Einsätzen nach den Anschlägen von Paris 16 Personen festgenommen. Der mutmassliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam ist aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter flüchtig. Die Suche läuft weiter.

Der 26-jährige Abdeslam sei bei den Razzien am Sonntag nicht festgenommen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am frühen Montagmorgen bei einer Pressekonferenz mit. Die Festgenommenen sollen am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Spezialeinheiten führten nach eigenen Angaben 19 Durchsuchungen in der Hauptstadtregion Brüssel durch. Drei weitere Polizeiaktionen gab es zudem im südlich gelegenen Charleroi. Es seien weder Waffen noch Explosivstoffe gefunden worden, hiess es weiter.

In der Brüsseler Gemeinde Molenbeek kam es auf der Strasse zu einem Schusswechsel. Als ein Fahrzeug auf Polizisten zufuhr, schossen Beamte zwei Mal, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van der Sijpt, sagte. Der verletzte Fahrer flüchtete, wurde aber später von der Polizei gestellt. Ob dieser Vorfall mit den Anti-Terrorermittlungen zu tun habe, sei noch offen.

Die Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht näher zu den Festgenommenen und beantwortete mit Hinweis auf laufende Ermittlungen auch keine Fragen von Medienvertretern.

Um die Suche nach dem flüchtigen Abdeslam ranken sich weiter Gerüchte. Die Zeitung “La Libre Belgique” berichtete, er sei bei Lüttich gesehen worden und könnte Richtung Deutschland geflüchtet sein. Laut lokaler Polizei hatten Polizeieinsätze in der Region jedoch nichts mit den Anti-Terror-Einsätzen von Brüssel und Charleroi zu tun.

Die belgische Regierung hat am Sonntag die höchste Terrorwarnstufe für die Hauptstadt und den Grossraum Brüssel verlängert. Die Warnung bleibt damit auch am Montag bestehen. Grund sei eine “ernsthafte und unmittelbare Bedrohung”, sagte Regierungschef Charles Michel.

Die Schulen in der belgischen Hauptstadt bleiben am Montag geschlossen, auch die U-Bahnen werden zu Wochenbeginn noch nicht fahren.

Für den Rest Belgiens gilt weiter die Stufe 3. Auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt werden die Sicherheitsmassnahmen verschärft, doch der Flugverkehr soll wie üblich laufen.

Die Sicherheitsmassnahmen sind laut belgischen Medien beispiellos. In den Strassen patrouillieren Soldaten. In der Hauptstadtregion leben mehr als eine Million Menschen. Brüssel ist Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der NATO.

Die Treffen der EU-Finanzminister und der EU-Bildungsminister werden am Montag wie geplant stattfinden. Auch die EU-Kommission will normal arbeiten.

(SDA)


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