Benito Aquino warnt vor Rückkehr der Diktatur auf den Philippinen

Der scheidende philippinische Präsident Benito Aquino warnt am Unabhängigkeitstag seines Landes vor seinem Nachfolger im Präsidentenamt.
Der scheidende philippinische Präsident Benito Aquino warnt am Unabhängigkeitstag seines Landes vor seinem Nachfolger im Präsidentenamt. © KEYSTONE/EPA/MARK R. CRISTINO
Der scheidende Präsident der Philippinen, Benigno Aquino, hat vor der Übergabe der Macht an seinen umstrittenen Nachfolger Rodrigo Duterte vor einer Rückkehr der Diktatur gewarnt.

“Lasst uns daran erinnern, dass vor nur einer Generation die philippinische Regierung selbst diejenige war, welche die Freiheit der philippinischen Mitbürger unterdrückte”, sagte Aquino am Samstag bei einem Empfang zum 118. Jahrestag der Unabhängigkeit von Spanien.

“Ein Philippiner nahm uns unsere Freiheit”, sagte Aquino mit Blick auf den langjährigen Diktator Ferdinand Marcos. “Dies bedeutet, dass dies wieder passieren kann, wenn wir nicht wachsam sind.”

Aquino übergibt am 30. Juni die Macht in dem südostasiatischen Staat an Duterte, der die Präsidentenwahl im Mai mit dem Versprechen gewann, eine beispiellose Kampagne gegen Kriminelle zu starten.

Duterte hat angekündigt, durch die Tötung zehntausender Verbrecher die Kriminalität im Land binnen sechs Monaten zu beseitigen. Der langjährige Bürgermeister der Küstenstadt Davao wird beschuldigt, während seiner Amtszeit Bürgerwehren unterstützt zu haben, die mehr als tausend mutmassliche Straftäter ermordeten. Duterte hat sich teils öffentlich dazu bekannt, teils jede Verwicklung bestritten.

Aquino hatte im Wahlkampf gewarnt, dass im Fall eines Wahlsiegs Dutertes ähnliche Gefahren drohten wie durch Adolf Hitler. Am Samstag nun warnte er vor Untätigkeit. “Alles was es bedarf, damit das Böse triumphiert, ist, dass die Guten tatenlos bleiben”, sagte Aquino. Der beliebte Präsident durfte gemäss der Verfassung nicht für eine zwei Amtszeit kandidieren.

(SDA)


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