Aus dem Leben von Mister “Bunga-Bunga”

Aus dem Leben von Mister “Bunga-Bunga”
© Silvio Berlusconi auf dem Weg zu einem Gerichtstermin, mal wieder. (EPA/ETTORE FERRARI/KEYSTONE)
Es ist seit Längerem ruhig geworden um den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Wer sein politisch inkorrektes Verhalten vermisst, kann sich freuen: Die erste autorisierte Biografie über den Bunga-Bunga-König ist erschienen. Die sieben populären Highlights seines (Un-) Benehmens hier schon mal im Voraus.

Der amerikanische Journalist Alan Friedman hat das exklusive Recht bekommen, die erste autorisierte Biographie über Silvio Berlusconi zu schreiben. Offenbar traut Berlusconi dem Journalisten, und sagte laut “Telegraph” dazu: “Wie Steve Jobs zu seinem Biographen sagte: Ich erzähle Dir meine Geschichte und Du kannst schreiben, was Du willst”.

Unter dem Namen “My Way – Silvio Berlusconi in his own words” (auf Deutsch: Mein Weg – Silvio Berlusconi in seinen eigenen Worten) erscheint das Werk in England am 20. Oktober  und ist vorerst nur auf Englisch erhältlich. Berlusconi relativiert in dem Werk die vielen Skandale, die sein Leben prägten. Hier die Top 7, die in der Biographie behandelt werden.

Über Angela Merkel

Das lose Mundwerk Berlusconis brachte ihm 2011 internationale Kritik ein: In einem Telefongespräch soll er die Bundeskanzlerin als “culona inchiavabile” bezeichnet haben, also wörtlich übersetzt als “unpackbarer Hintern”.

In der Biographie behauptet er, dass er diese Aussage nie gemacht hätte und das Ganze eine Verschwörung sei. Es heisst: “Ich habe das nie gesagt. Es war eine Erfindung der italienischen Zeitungen. Jemand wollte mir schaden und einen Streit zwischen mir und Angela kreieren.” Absurd: Gehören nicht sozusagen alle Zeitungen und sonstigen Medien dem Mogul Berlusconi?

Über den Irak-Krieg

Über den Irak-Krieg sagte Berlusconi im 2005, dass er ihn verhindern haben wolle. In der Biographie schreibt er: “Ich war sehr beunruhigt. Ich wollte die Meinung von Bush ändern. Ich suchte nach einer Alternative zur Irak-Invasion. Ich suchte nach einem Land, in dem Hussein im Exil leben könnte. Ein Weg, um dem Krieg entweichen zu können.”

Er habe dann Kontakt mit seinem Freund Muammar Gaddafi (damaliger Machthaber Lybiens) für ein allfälliges Asyl aufgenommen. “Ich konnte ihn fast überzeugen”, steht in der Biographie. “Bush war nicht gegen diese Idee. Er hätte die Lösung akzeptiert, wenn noch mehr Zeit gewesen wäre.” Berlusconi als Friedensstifter. Wieso nicht?

Über George Clooney

Auch die Geschichte mit Schauspieler George Clooney wird abgehandelt. Clooney ging nach Rom, um mit Berlusconi über allfällige Hilfe im Darfur-Konflikt zu sprechen. Der italienische Premier interessierte sich aber mehr für persönliche Gespräche mit Clooney und wollte ihn an eine Party mitnehmen. Er zeigte ihm offenbar auch das Bett, das ihm Wladimir Putin geschenkt hatte.

Über Frauen

Berlusconi und die Frauen. Er hat für viel Unterhaltung, Furore und sogar einen Gerichtsprozess gesorgt mit seinen Frauengeschichten. In der Biographie schreibt er dazu: “Ich bin ein geborener Verführer! Und darüber hinaus wurde ich selbst auch oft verführt.”

Über Gerüchte, dass er einen Harem mit über 30 Frauen hatte

Es könnten auch mehr gewesen sein, und sie seien in Mailand beherbergt gewesen. So die Annahme. Alles Quatsch, glaubt man der Aussage Berlusconis in der Biographie: “Ich bin 74 (sic!) Jahre alt und auch wenn ich vielleicht ein Schlitzohr bin, scheint mir die Idee von 33 Frauen doch als etwas zu viel – sogar für einen 30-jährigen.”

Über David Cameron

Die Episode mit dem damaligen Premierminister ging auch um die Welt: Laut dem britischen “Guardian” habe Cameron vor einer Reise nach Rom zu seiner Frau gesagt haben: “Keine Angst, Schatz, ich werde aus dem Jacuzzi aussteigen bevor die Nutten kommen.” Auch festgehalten in der Biographie.

Über den Ursprung von “Bunga-Bunga”

Die Sex-Parties von Berlusconi waren bald unter der Bezeichnung “Bunga Bunga” bekannt. Was hat es mit dieser Bezeichnung auf sich? Silvio Berlusconi erklärte bereits zuvor, woher der Begriff kam. Natürlich gehört auch dieser Witz in die Highlights der Biographie: “Zwei Minister der Regierung Prodi fahren nach Afrika und werden von einem Eingeborenenstamm entführt. Der Häuptling fragt die erste Geisel: “Willst du sterben oder Bunga-bunga?” “Bunga-bunga” sagte dieser und wird vergewaltigt. Der zweite entschliesst sich, gleich zu sterben. Sagt der Häuptling: “Erst Bunga-bunga, dann sterben.” Gut, wissen wir das jetzt.

(red)


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