Bern gelingt Befreiungsschlag

Berns Ex-Fribourger Timo Helbling wird verfolgt von Tristan Vauclair
Berns Ex-Fribourger Timo Helbling wird verfolgt von Tristan Vauclair © KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Dem SC Bern gelingt beim 4:2 zuhause gegen Erzrivale Fribourg-Gottéron der Befreiungsschlag. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Guy Boucher können die Berner den Negativtrend stoppen.

Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie war der SCB unter den Strich gerutscht und stand mit seinem neuen Headcoach Lars Leuenberger gegen die Freiburger unter Zugzwang. Ziemlich genau vor zwei Jahren befanden sich die Berner in einer ähnlichen Situation, als Leuenberger nach der Entlassung des Finnen Antti Törmänen die Geschicke des Teams für zwei Monate ad interim übernommen hatte. Damals war dem 40-jährigen Uzwiler bei seiner Premiere als Headcoach kein optimaler Start gelungen. Der SCB verlor bei Fribourg-Gottéron mit 1:2.

Bei Leuenbergers zweitem Anlauf als Cheftrainer hat zu Beginn alles auf einen Traumeinstand hingedeutet. Der SCB ging im ersten Drittel durch Tore von Topskorer Cory Conacher und Simon Moser 2:0 in Führung und hätte durch den 16-jährigen Junior Nico Hischier mittels Penalty gar auf 3:0 erhöhen können. Doch Fribourg kam nach der ersten Pause erstarkt zurück und konnte die Partie durch Tore von Sakari Salminen (23.) und Kilian Mottet (39.) wieder ausgleichen. Janick Schwendener im Tor der Berner konnte mit glänzenden Paraden gegen Benny Plüss und John Fritsche gar noch Schlimmeres verhindern.

Im Schlussabschnitt konnte das Heimteam dann wieder an die Leistung im Startdrittel anknüpfen. Sean Bergenheim erlöste den Grossteil der 16228 Zuschauer in der PostFinance-Arena mit dem erneuten Führungstreffer neun Minuten vor Schluss. Unter dem Applaus des zuletzt zurecht kritischen Berner Publikums besiegelte Captain Martin Plüss 45 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer ins leere Tor den perfekten Einstand für seinen Trainer.

Obwohl sich der SCB mit dem achten Heimsieg dieser Saison etwas Luft verschaffen konnte, bleiben beim Cupsieger diverse Baustellen offen. Vor allem auf der Ausländer- und Torhüterposition besteht für den neuen Sportchef Alex Chatelain (Nachfolger von Sven Leuenberger) noch Handlungsbedarf. Denn mit Chuck Kobasew, Andrew Ebbett und seit dieser Woche auch Trevor Smith fallen gleich drei von sechs lizenzierten ausländischen Stürmern längerfristig aus. Und auch auf der Torhüterposition, wo Stammgoalie Marco Bührer wegen anhaltender Fussbeschwerden bis Ende Saison ausfällt und noch HCD-Goalie Leonardo Genoni (28) erst auf die neue Saison zum SCB kommt, ist der neue Sportchef Alex Chatelain (Nachfolger von Sven Leuenberger) zum sofortigen Handeln gezwungen.

Eines ist klar: Legt Neo-Headcoach Leuenberger eine ähnlich gute Startphase hin wie bei seiner Premiere vor zwei Jahren (acht Siege aus den ersten neun Spielen), dürfte es rund um den SCB in den nächsten Wochen wieder etwas ruhiger werden.

Bern – Fribourg-Gottéron 4:2 (2:0, 0:2, 2:0)

16’228 Zuschauer. – SR Schukies(De)/Vinnerborg, Progin/Wüst. – Tore: 3. Conacher (Roy, Blum/Ausschluss Schilt) 1:0. 10. Moser 2:0. 24. Salminen (Bykov) 2:1. 39. Mottet (Réway) 2:2. 52. Bergenheim (Moser) 3:2. 60. (59:15) Martin Plüss (Moser, Bergenheim) 4:2 (ins leere Tor). – Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. – PostFinance-Topskorer: Conacher; Bykow.

Bern: Schwendener; Jobin, Gerber; Flurin Randegger, Blum; Helbling, Krueger; Dubois, Gian-Andrea Randegger; Müller, Reichert, Alain Berger; Pascal Berger, Roy, Conacher; Moser, Martin Plüss, Nico Hischier; Bodenmann, Luca Hischier, Bergenheim.

Fribourg-Gottéron: Conz; Schilt, Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Abplanalp; Camperchioli; Neukom, Gardner, Vauclair; Mottet, Réway, Benny Plüss; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Schmutz, Rivera; Neuenschwander.

Bemerkungen: Bern ohne Kreis, Scherwey, Kobasew, Ebbett, Bührer, Untersander, Smith und Rüfenacht, Fribourg-Gottéron ohne Kamerzin, Loichat, Mauldin und Pouliot (alle verletzt). 15. Nico Hischier verschiesst Penalty. 30. Timeout Bern. 38. Pfostenschuss Rathgeb. 59:05 Timeout Fribourg. Fribourg von 58:44 bis 59:15 ohne Torhüter. – Debüt des Slowaken Réway im Gottéron-Dress.

(SI)


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