Berset eröffnet in Paris Kolloquium über Ewigen Frieden

Bundesrat Alain Berset warnte in Paris vor den negativen Folgen des Nationalismus. (Archiv)
Bundesrat Alain Berset warnte in Paris vor den negativen Folgen des Nationalismus. (Archiv) © Keystone/ANTHONY ANEX
Bundesrat Alain Berset hat sich in seiner Eröffnungsrede eines Kolloquiums zum 500. Jahrestag des Ewigen Friedens zwischen der Schweiz und Frankreich in Paris an die Europäer gewandt. An der Seite von Senatspräsident Gérard Larcher warnte er vor Nationalismus.

Das Kolloquium mit über 100 Teilnehmern, darunter Universitätsprofessoren und Historiker, stand im Zeichen des am 29. November 1516 in Freiburg unterzeichneten Ewigen Friedens.

Dem Vertrag zwischen Frankreich und der Eidgenossenschaft war 1515 die Schlacht von Marignano vorangegangen. Vor den Toren Mailands waren die Eidgenossen den französischen Truppen unterlegen.

Der Ewige Friede markierte das Ende der eidgenössischen Expansionspläne und den Beginn der neuen aussenpolitischen Ausrichtung des Bundes auf Frankreich. Er wurde erst gebrochen, als 1798 französische Truppen in die Schweiz einmarschierten. Aufgekündigt wurde der Friedensvertrag aber seit 500 Jahren nie.

In seiner Rede zog Berset Parallelen zu den aktuellen Problemen der Europäischen Union. Nach dem Ja der Briten zum Brexit und vor den Wahlen in Frankreich und Deutschland warnte er vor einem Infragestellen der Europäischen Integration, wie sie etwa der Front National in Frankreich betreibe.

Die gesetzlichen Fundamente der europäischen Integration anzuprangern diene allein dem Nationalismus, meinte Berset am Dienstag in der französischen Hauptstadt. Die negativen Folgen dieser Ideologie würden nicht auf sich warten lassen.

Auf dem Programm des Vorstehers des Eidg. Departements des Inneren (EDI) in Paris stand am Nachmittag noch ein Treffen mit der französischen Sozial- und Gesundheitsministerin Marisol Touraine zur Unterzeichnung eines Gesundheitsabkommens.

Mit dem Rahmenabkommen «soll die regionale grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Organisation und der Deckung der Krankenpflegekosten erleichtert und gefördert werden», wie das EDI in einem Communiqué mitteilte.

(SDA)


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