Beschwerde gegen McDonald’s eingereicht

McDonald's steht in der Kritik von italienischen Konsumentenschützern. Diese haben Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. (Symbolbild)
McDonald's steht in der Kritik von italienischen Konsumentenschützern. Diese haben Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. (Symbolbild) © KEYSTONE/AP/GENE J. PUSKAR
Beschwerde gegen McDonald’s: Drei italienische Konsumentenschutzverbände und die internationale Dienstleistungsgewerkschaft SEIU werfen der US-Fastfoodkette vor, ihre Geschäftspartner in europäischen Franchiserestaurants auszunutzen.

Das führe zu einer schlechteren Qualität und höheren Preisen, kritisieren sie. Die Konsumentenschutzverbände und die Gewerkschaft reichten bei der EU-Kommission in Brüssel eine formelle Beschwerde gegen McDonald’s ein. Die Behörde bestätigte den Eingang der Beschwerde am Dienstag. Diese werde nun untersucht, sagte eine Sprecherin.

Nicht nur Burger, sondern auch Immobilien

Es geht um den Vorwurf, dass die Burger-Kette ihre führende Stellung in Europa zum Schaden ihrer Geschäftspartner und letztlich der Kunden missbrauche: McDonald’s verkaufe nicht nur Hamburger, “es ist auch der grösste Franchisegeber und Immobilienbesitzer weltweit”, heisst es in der Beschwerde. Die Franchisenehmer, also Unternehmer, die ein Fastfoodrestaurant in Eigenregie betreiben und die Produkte vom Konzern kaufen, würden auf rechtswidrige Weise ausgenutzt.

Mieten sind 10mal teurer für Einzelunternehmer

Der US-Konzern dränge Franchisepartnern zum Beispiel Mietverträge auf, die teilweise “zehn Mal über dem durchschnittlichen Marktpreis liegen”. Auf diese Weise nehme das Unternehmen einerseits auf direktem Weg viel Geld ein. Darüber hinaus gewinne es Vorteile für seine eigenen, direkt vom Konzern betriebenen Filialen. Einen Wechsel der Franchisenehmer zu anderen Marken machten die Verträge mit dem Konzern “fast unmöglich”.

Solche und vermeintliche weitere unfaire Praktiken schlagen sich den Vorwürfen zufolge in Angebot und Preisen nieder. Die meisten Menüs seien in von Franchisenehmern betriebenen Restaurants teurer als in konzerneigenen Filialen, wie eine Untersuchung ergeben habe. Beispielsweise koste eine kleine Portion Pommes Frites in Pariser Franchiserestaurants 64 Prozent mehr als in den konzerneigenen Filialen in der französischen Hauptstadt.

Italienische Verbände klagen

Auch Service und Essensqualität litten darunter, dass der Konzern seine starke Stellung gegenüber den Franchisenehmern ausnutze, machten die italienischen Verbände Codacons, Movimento Difesa del Cittadino, Cittadinanzattiva sowie die Gewerkschaft SEIU geltend. “Wir bitten die Europäische Kommission dringend darum, die Vorwürfe zu prüfen und all ihre Macht dazu zu nutzen, McDonald’s zur Rechenschaft zu ziehen”, erklärte Scott Courtney von SEIU.

McDonald’s selbst wollte sich nicht äussern. “Wir haben keinen direkten Kommentar”, erklärte eine Sprecherin des Konzerns der Nachrichtenagentur AFP.

Die EU-Kommission ist für die Durchsetzung des europäischen Wettbewerbsrechts zuständig, auch gegenüber Unternehmen aus den USA, wenn sie auf dem europäischen Markt auftreten. Sie kann Strafen verhängen, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes einer Firma betragen.

(SDA)


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