Bestand des bedrohten Steinkauzes erholt sich

Die Steinkäuze vermehren sich wieder in der Schweiz - dank Schutzmassnahmen die ihre Lebensräume erhalten.
Die Steinkäuze vermehren sich wieder in der Schweiz - dank Schutzmassnahmen die ihre Lebensräume erhalten. © Mathias Schäf
Nachdem der Steinkauz um die Jahrtausendwende hierzulande fast ausgestorben wäre, breitet der bedrohte Vogel sich in der Schweiz wieder aus. Den jüngsten Rekordzuwachs des Bestands begründen Experten mit wirksamen Schutzmassnahmen und dem heissen Sommer 2015.

Die Überbauung seiner Lebensräume und die intensive Landwirtschaft brachten den Steinkauz in der Schweiz dem Aussterben nahe: Hochstamm-Obstgärten rund um Dörfer, wo die kleine Eule brütet, wurden überbaut, Bäume und Hecken zwischen Feldern fehlen immer mehr.

Nur noch in 50 bis 60 Revieren vermehrten sich die kleinen Eulen im Jahr 2000 noch, obwohl es in den 1950er Jahren wohl noch über tausend Paare gab. Nun zählen Experten wieder rund 150 Reviere, wie der Schweizer Vogelschutz (SVS) und BirdLife Schweiz am Mittwoch mitteilten.

Zu verdanken sei der Zuwachs zum einen Schutzmassnahmen, die den Lebensraum des Steinkauzes erhalten oder neue Lebensräume schufen. Gemeinsam mit engagierten Bauern und regionalen Gruppen verwirklichte BirdLife Schweiz Projekte, um beispielsweise neue Hochstammbäume und Hecken zu pflanzen, artenreiche Magerwiesen anzusäen und mardersichere Niströhren zu montieren.

Zum anderen war der Bruterfolg der Steinkauz-Paare dank des trockenen, warmen Sommers 2015 besonders hoch. “Zudem hat der milde Winter vermutlich dazu geführt, dass nur wenige Steinkäuze verhungerten. Im Frühling waren also mehr Käuze vorhanden, die nach einem Revier suchten”, wird Françoise Schmit von BirdLife Schweiz in der Mitteilung zitiert.

Überbauung stelle weiterhin eine ernsthafte Gefahr für den Kauz dar, auch wenn das Raumplanungsgesetz den Erhalt wertvoller Lebensräume festschreibe, hiesst es in der Mitteilung weiter. Durch Schutzprojekte bestehe jedoch eine gute Chance, dass der Steinkauz in der Schweiz langfristig überleben könne. Heute brütet er in den Kantonen Genf, Jura, Tessin und im Seeland in den Kantonen Bern und Freiburg.

(SDA)


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