Besuch im Trainingslager der Olma-Säuli

Susann Milz bläst das Horn, zieht das Gitter hoch und schon geht's los.
Susann Milz bläst das Horn, zieht das Gitter hoch und schon geht's los. © FM1Today/Raphael Labhart
Wer sportliche Höchstleistungen erbringen will, der muss lange und ausdauernd trainieren. Das geht auch den Säuli nicht anders, die ab nächster Woche im Olma-Säulirennen an den Start gehen. Im Moment kämpfen die Sauen um die letzten Plätze im definitiven Kader.

15 Sauen werden an den Olma-Rennen starten können. Ins Trainingslager in Amlikon-Bisseg eingerückt sind 26. Die Selektion nimmt Susann Milz vor, sie ist seit 20 Jahren die Trainerin der Olma-Sauen, zusammen mit ihrem Mann Hans. «Zu merken, welche Sauen sich am Besten für die Rennarena eignen, ist die grosse Aufgabe», sagt die Bäuerin. An den Start gehen werden nur Weibchen, denn die Männchen mögen die Mäntelchen nicht, welche den Säuli an der Olma übergestreift werden.

Motivation dank Star Wars

Um unter Wettkampfbedingungen trainieren zu können, hat die Familie Milz, wie jedes Jahr, den Olma-Parcours neben dem Stall nachgebaut. Aufgestellt sind auch grosse Lautsprecher. «Wenn wir trainieren, lassen wir die Rennmusik – das Star Wars Theme – laufen. So kennen die Säuli ihre Musik, gewöhnen sich daran und wissen: Jetzt geht’s bald los», erklärt die 58-Jährige.

Seit rund sechs Wochen sind die Sauen im Trainingslager und arbeiten an ihrer Fitness. «Die Sauen trainieren täglich zwei Mal, am Morgen und am Abend», sagt Susann Milz. Und wie kriegt man sie dazu, ins Ziel zu rennen? «Man muss sie natürlich belohnen – sie Rennen zum Futtertrog.»

«Hoffe, dass sich keine den Fuss verstaucht»

Auf der Rennstrecke zeigt sich: Noch läuft nicht alles rund (siehe Video). Eine Sau zwängt sich zwischen der Absperrung der Rennstrecke hindurch und sucht eine Abkürzung zum Futtertrog. Susann Milz nimmt’s gelassen: «Auch Sauen sind Schlitzohren.» Mit dem Trainingsstand ihrer Athletinnen ist die Trainerin trotzdem sehr zufrieden. «Wir sind auf sehr gutem Weg.» Trotzdem ist sie jeweils nervös, bis die Sauen in St.Gallen sind. «Ich hoffe jeweils, dass sich keine den Fuss verstaucht – oder sonst irgend etwas passiert.»

Vom Star zur Wurst

Eine Woche dauert es jetzt noch, bis die Säuli ihr Können endlich in der Arena präsentieren dürfen. Rund 3000 Zuschauer werden sie dann jeweils anfeuern (und Hunderte vor den Bildschirmen – siehe unten). Das Schicksal holt aber auch die gefeierten Stars der Olma ein. Die Rennsauen sind nämlich ganz normale Mastschweine. Sie kommen nach der Olma zurück in den Stall und sie werden, wie ihre Artgenossen, irgendwann im Schlachthof enden.

FM1Today zeigt die Säulirennen während der Olma jeden Tag exklusiv im Livestream. Jeweils von 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr. Den ausführlichen Bericht vom Trainingslager der Olma-Sauen gibt es heute Abend ab 18.00 Uhr auf TVO – stündlich wiederholt.

(cas)


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