Taxi fährt ohne Zulassung Betrunkene heim

Der 23-Jährige hatte nicht nur zu tief ins Glas geschaut, sondern auch noch Kokain genommen.
Der 23-Jährige hatte nicht nur zu tief ins Glas geschaut, sondern auch noch Kokain genommen. © Symbolbild/Thurgauer Zeitung
Ein Thurgauer Taxi-Unternehmer setzt auf betrunkene Partygänger und kutschiert diese in ihrem Auto nach Hause. Pikant: Die Chauffeure sollen vom Arbeitsamt kommen und ohne Bewilligung fahren.

“Was Nez Rouge nur im Dezember kann, können wir schon lange”, sagt Marc Luptak, der 55-jährige Geschäftsführer des Fahrdiensts “Blauer Elephant”. Er bietet seit dem 1.Mai Partygängern, die mit dem Auto an einem Fest oder in der Beiz zu viel getrunken haben, einen Fahrservice an. “Man kann uns anrufen und wir holen die Leute ab” – eigentlich wie ein Taxidienst, doch verneint Luptak: “Im Unterschied zum Taxi fahren wir mit dem Auto unseres Kunden zu ihm nach Hause.”

Nez Rouge fährt betrunkene, fahrunfähige Lenker mit deren Autos heim – ohne dafür Geld zu verlangen. Die Fahrten mit dem “Blauen Elephanten” kosten hingegen – für eine Einzelfahrt bis 20 Kilometer 30 Franken. “Dafür hat man sein Auto aber zuhause”, sagt Luptak. Jeder weitere Kilometer kostet dann zwei Franken zusätzlich. Es sei für Kunden ratsam, ein Abo zu lösen, sagt Luptak.

Arbeislose als billige Chauffeure?

In der Medienmitteilung schreibt Luptak, dass er überall in der Ostschweiz jederzeit fahren kann. Um das zu gewährleisten, braucht er jeweils zwei Fahrer, die auf Abruf bereit sind. Über deren Lohn schweigt sich Luptak aus. Es reiche nicht, um davon leben zu können, sagt er FM1Today. Er suche deswegen Alternativen: “Ich bin in Verhandlungen mit Arbeitsämtern, um Leuten eine Beschäftigung zu geben.” Auch setze er auf Rentner, die einen Zustupf verdienen möchten.

Fahrdienst laut Amt so nicht zulässig

Um Chauffeur zu werden, muss man laut Koptak über 25-jährig sein, darf keine Vergehen im Strassenverkehrsregister haben und muss einen gültigen Führerschein besitzen. Eine Bewilligung zum gewerbsmässigen Personentransport brauche man laut Koptak nicht: “Sowas benötigen die Fahrer nicht, da wir ein Fahrdienst sind.”

Dem widerspricht das Thurgauer Strassenverkehrsamt: “Wer mit Fahrzeugen der Kategorien B, B1, C, C1 oder F berufsmässig Personen transportieren will, benötigt eine Bewilligung.” Auf Anfrage, ob der Fahrdienst des “Blauen Elephanten” diesen Vorgaben entspricht, heisst es vom Strassenverkehrsamt klar: “Jeder der Fahrer braucht definitiv die erweiterte Kategorie, da mit dem Fahrdienst Geld verdient wird.”

“Ich kenne die Gesetzte alle”

Der Geschäftsführer des Fahrdienstes relativiert die Aussagen des Strassenverkehrsamts: “Ich kenne alle diese Gesetze und habe es abgeklärt”, so Luptak. Es gebe Ausnahmen im Personentransport und diese ermöglichen ihm, einen Fahrdienst zu führen – ohne Bewilligungen der Chauffeure.


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