BFS passt seine drei Preisindizes den neuen Realitäten an

Nicht nur diese Damen haben ihren Warenkorb neu gefüllt, sondern auch das Bundesamt für Statistik. (Symbolbild)
Nicht nur diese Damen haben ihren Warenkorb neu gefüllt, sondern auch das Bundesamt für Statistik. (Symbolbild) © KEYSTONE/EPA/MATTHEW HORWOOD
Das Bundesamt für Statistik hat seine drei Preisindizes auf den neuesten Stand gebracht. Damit soll erreicht werden, dass diese das tatsächliche Geschehen an den Märkten messen. So berücksichtigt der Konsumentenpreisindex neu keine Nähmaschinen mehr, dafür Mangos.

Auch wenn es sich nach trockener Statistik anhört: Die Zusammensetzung der Indizes kann Implikationen für jeden einzelnen haben. So ist beispielsweise der Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) eine wichtige Grösse bei Lohnverhandlungen.

Er misst die Preisentwicklung jener Güter oder Dienstleistungen, die von Privaten in der Schweiz konsumiert werden. Damit ist er die Richtgrösse für den Teuerungsausgleich.

Entsprechend ist seine Zusammensetzung politisch umstritten. Für Diskussionen sorgt beispielsweise immer wieder die Frage, ob die steigenden Krankenkassenprämien nicht auch in dem Teuerungsmass berücksichtigt werden sollten.

Neben dem Landesindex der Konsumentenpreise wurden auch der Produzenten- und Import- sowie der Baupreisindex revidiert, wie das Bundesamt für Statistik am Freitag vor den Medien in Bern erläuterte. Die drei Indikatoren werden alle fünf Jahre überarbeitet, um neue Marktentwicklungen aufzunehmen und die verwendeten Methoden dem wissenschaftlichen Kenntnisstand anzupassen.

Beim Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist der Warenkorb grundlegend überarbeitet worden. Dieser umfasst all jene Güter oder Dienstleistungen, deren Preis in die Berechnung des Indizes einfliesst. Neu zählen beispielsweise auch Mangos oder Fahrkurse dazu. Andere Produkte wurden aus dem Warenkorb entfernt, beispielsweise Nähmaschinen oder Fotokopien. Zudem wurden die einbezogenen Verkaufsstellen angepasst, um auch den Onlinehandel mitzuberücksichtigen.

Der Produzenten- und Importpreisindex misst die Ab-Werk-Preise von in der Schweiz produzierten Gütern, beziehungsweise die Ab-Zoll-Preise von importierten Produkten. Bei diesem Indikator wurde der Warenkorb um weitere Dienstleistungen ergänzt. Er beinhaltet neu beispielsweise Zugreisen. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sollen ab 2020 mitberücksichtigt werden.

Beim Baupreisindex, der die Preisentwicklung im Baugewerbe misst, wurde ebenfalls die Auswahl der Kategorien angepasst. So wurde beispielsweise die Kategorie “Renovation eines Nicht-Minergie-Mehrfamilienhauses” neu eingeführt. Seit diesem Jahr werden alle drei Statistiken zudem auf einer neuen Basis, dem Dezember 2015, berechnet.

(SDA)


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