Bier in Garderoben nicht gerne gesehen

Von Dumeni Casaulta
Nicht gerne gesehen in der Ostschweiz: Wiler Spieler feiern den Cupsieg 2004 mit Bier in der Garderobe
Nicht gerne gesehen in der Ostschweiz: Wiler Spieler feiern den Cupsieg 2004 mit Bier in der Garderobe © KEYSTONE/Georgios Kefalas
Das Wochenende steht vor der Türe und damit diverse Spiele für Amateur- und Profimannschaften. Sei es Fussball, Handball, Unihockey oder Eishockey: Für viele gehört das Bier nach dem Spiel in der Garderobe dazu. Gern gesehen ist das aber nicht, vielerorts sogar verboten – eigentlich.

“Alkohol- und Drogenkonsum ist im Sportzentrum Herisau verboten”, sagt Fredy Bechtiger der Geschäftsleiter. Dies stehe so in der Hausordnung. “Wir wollen diese Regel durchsetzen, sonst werden wir unglaubwürdig. Ausserdem haben wir auch eine Vorbildfunktion gegenüber Jugendlichen”, ergänzt er. Bei den Sportvereinen stösst dieses Verbot auf wenig Gegenliebe. “Es ist einfach Tradition und es gehört dazu, dass man nach einem Spiel in der Garderobe noch ein Bier trinkt”, sagt Frank Guber, Hallenchef beim Handballverein TV Herisau, in der Appenzellerzeitung.

Abfall als Problem

“Wir sehen es auch nicht gerne, wenn nach den Spielen in der Garderobe noch gefeiert wird”, sagt Marcel Thoma, Leiter des Sportamtes der Stadt St.Gallen. “Dies weil wir die Garderobe in aller Regel nach den Spielen rasch wieder brauchen.” Eine schriftliche Regelung gibt es in der Stadt St.Gallen aber nicht. “Unsere Anlageleiter suchen jeweils den direkten Kontakt mit den Mannschaften”, erklärt Thoma. So könne vieles geklärt werden.

Ein Dorn im Auge sind vielen Hallenwarten vor allem die leeren Flaschen oder Dosen die liegen bleiben. Sie hätten es schon erlebt, dass 20 Spezli-Flaschen in einer Ecke gelagert wurden und diese vom Personal entsorgt werden mussten, sagt Fredy Bechtiger: “Das darf nicht sein.”

Vielerorts wird ein Auge zugedrückt

Ein Alkoholverbot gilt auch in Chur. Weil die Hallen vielfach an Schulen angeschlossen sind, seien es suchtmittelfreie Zonen, sagt Sabine Neuwirth, Leiterin der Sportfachstelle Chur. “Die Vereine können aber Ausnahmen beantragen”, betont sie. Auch in St.Gallen und Herisau wird teilweise ein Auge – manchmal auch beide – zugedrückt. Dies vor allem bei Meistertiteln oder letzten Saisonspielen. “Als die Ausserrhoder Polizisten im Gründenmoos Schweizer Meister im Faustball wurden, sind sie mit einem Harass Bier in der Garderobe verschwunden. Da sind wir natürlich nicht eingeschritten”, sagt Marcel Thoma. Ein kleine Umfrage bei Sportvereinen in der Region zeigt ausserdem, dass ein Bierchen nach Spielschluss vielerorts toleriert wird. “Es ist nicht die Aufgabe der Hallenwarte Polizisten zu spielen”, sagt Sabine Neuwirth dazu. Fredy Bechtiger bläst ins gleiche Horn. Er legt den Sportvereinen trotzdem ans Herz: “Geht das Bier doch in den Beizen trinken, die euch sponsoren. Die haben sich das verdient und so müssen die Spieler das Bier auch nicht in den Sportstätten trinken”. (cas)


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