Bisphenol A stellt laut Bundesrat keine Gefahr dar

Für Bisphenol A in Spielzeug soll ein neuer Grenzwert eingeführt werden. (Archiv)
Für Bisphenol A in Spielzeug soll ein neuer Grenzwert eingeführt werden. (Archiv) © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die Substanz Bisphenol A stellt laut dem Bundesrat für Konsumentinnen und Konsumenten kein Gesundheitsrisiko dar. Die tägliche Aufnahme über Lebensmittel und Alltagsgegenstände sei zu niedrig, heisst es in einem Bericht. Massnahmen plant der Bundesrat trotzdem.

Bisphenol A (BPA) ist eine synthetische Substanz, die für die Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Sie kann zum Beispiel in Konservendosenbeschichtungen, Kassenbons oder Spielzeugen enthalten sein. BPA gehört einer Gruppe von Substanzen an, die Auswirkungen auf das Hormonsystem haben können.

Der Nationalrat hatte den Bundesrat deshalb beauftragt, einen Bericht über die Gesundheitsrisiken vorzulegen. Im am Freitag veröffentlichten Bericht kommt der Bundesrat nun zum Schluss, dass die tägliche Aufnahme von Bisphenol A weit unter einer bedenklichen Menge liegt. Selbst bei Personen mit hoher Aufnahme werde die tägliche Höchstmenge in keinem Fall überschritten, schreibt er.

Der Bericht basiert auf diversen Studien sowie der Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Die Behörde hat als bedeutende Quellen der ernährungsbedingten Aufnahme von BPA Lebensmittel in Konservendosen und – in geringerem Masse – nicht in Dosen verpacktes Fleisch und Fleischerzeugnisse ermittelt.

In den Studien konnten indes keine Auswirkungen von BPA auf das Immun- und Stoffwechselsystem, die Fortpflanzung oder das Herz-Kreislauf- und Nervensystem festgestellt werden. Auch ein Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs konnte nicht nachgewiesen werden. In hohen Dosierungen könne BPA allerdings negative Auswirkungen auf Leber und Nieren haben, steht im Bericht.

Trotz dieses Befundes ergreift und prüft der Bundesrat Massnahmen. So will er den EU-Grenzwert für Spielzeuge übernehmen. Bei Materialien aus Kunststoff, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, hat die Schweiz bereits denselben Grenzwert wie die EU. Der Wert wird in der EU jedoch derzeit überprüft. Falls die EU eine Änderung beschliesst, will die Schweiz das ebenfalls tun.

Im Rahmen der laufenden Revision des Lebensmittelverordnungsrechts sollen zudem Schoppenflaschen aus BPA-haltigem Polycarbonat verboten werden. Allerdings sind gemäss einer Erhebung des Bundes bereits heute keine solchen Schoppenflaschen mehr im Handel. Prüfen will der Bundesrat schliesslich eine Beschränkung von BPA in Thermopapier, das für Kassenbons und Tickets verwendet wird.

Mit hormonaktiven Substanzen befasst sich zudem eine interdepartementale Arbeitsgruppe. Diese prüft geeignete Massnahmen zur Reduktion der Risiken für Mensch und Umwelt. BPA sei eine von vielen endokrin aktiven Substanzen, hält der Bericht fest. Das Thema bedürfe einer gesamtheitlichen Betrachtungs- und Vorgehensweise.

International würden zahlreiche weitere Studien über die Auswirkungen durchgeführt, schreibt der Bundesrat. Die Ergebnisse würden von den Bundesbehörden aufmerksam verfolgt.

(SDA)


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