Black Friday greift immer weiter um sich

Schlangen bilden sich am Black Friday im Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Schlangen bilden sich am Black Friday im Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse. © Johannes Brinkmann, sda
Das Schnäppchen-Geschäft am «Black Friday» wird auch hierzulande immer grösser: Schweizer Online-Shops brechen zusammen; nicht nur Geschäfte, sondern auch Autovermieter machen mit – und aus dem «Black Friday» wird eine ganze Schnäppchen-Woche – die Cyber Week.

Zudem machen immer mehr Geschäfte beim Rabattgeschäft mit. Zum ersten Mal am Black Friday mitgemischt hat dieses Jahr zum Beispiel der Online-Händler Brack.ch. «Wir sind sehr angetan vom Abfluss, den wir bis jetzt auf unserer Website hatten», sagte Mediensprecher Daniel Rei nach dem Mittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Der Name «Black Friday» – übersetzt schwarzer Freitag – kommt übrigens daher, dass früher jene Händler in den USA, die in den Vormonaten verlustreich waren, erst durch das am Black Friday angelaufene Weihnachtsgeschäft wieder in die schwarzen Zahlen kamen. Der Black Friday entwickelte sich für den Detailhandel seither zum umsatzstärksten Tag des Jahres.

Die Kunden von Brack.ch sahen im Gegensatz zu anderen Webshops nicht schwarz. Trotz überdurchschnittlichem Besucheraufkommen in den ersten Stunden nach Mitternacht gab es praktisch keine technischen Zwischenfälle. «Wir haben unser Informatiksystem zuvor ausgebaut, damit viele Anfragen gleichzeitig bearbeitet werden können», sagte Rei.

Anders war dies bei den Onlinehändlern Digitec und Galaxus. Auch sie hätten weitere Webserver aufgebaut, wie deren Sprecher Alex Hämmerli auf Anfrage mitteilte. Dennoch waren die Webshops teilweise gar nicht oder nur schwer zugänglich – das gleiche bei der Website von Interdiscount.

Trotz der Überlastung der Websites bei Digitec und Galaxus verzeichneten die Shops gemäss Hämmerli bis am Mittag vierzig Prozent mehr Zugriffe als an Black Friday vor einem Jahr. Sowohl bei Brack.ch als auch bei Digitec waren bis am Mittag einige Schnäppchen bereits vergriffen.

Digitec rechnet denn auch mit einem neuen Verkaufsrekord. Interdiscount meldete einen nochmals grösseren Andrang als in den letzten Jahren – sowohl online, als auch in ihren Geschäften.

Bei Coop und Brack.ch war es noch zu früh für eine Bilanz, wie sie auf Anfrage mitteilten. Mit Blick auf das vergangene Jahr kann Coop aber zuversichtlich sein: In den unterschiedlichen Fachformaten habe der Grosshändler am letztjährigen Black Friday zum Teil bis zu 300 Prozent mehr Umsatz als an einem vergleichbaren Tag gemacht. Viele Kunden hätten zusätzlich eingekauft, und nicht anstelle eines anderen Tages.

Coop teilte zudem mit, dass sie auch deshalb keine Bilanz ziehen können, weil der Black Friday nicht mit dem Übergang zum Samstag endet, sondern die Angebote noch weitergehen. Der Grosshändler ist nicht alleine damit, den Black Friday auszuweiten.

Zahlreiche Händler lockten die Kundschaft schon an den Tagen vor dem eigentlichen Black Friday an – in der sogenannten Cyber Week. Etabliert hat sich zudem der Cyber Monday nach dem Wochenende, an dem der Verkauf im Internet forciert wird.

Bei Black Friday handelt es sich nicht um einen «normalen» Ausverkauf. Sowohl Brack.ch als auch Digitec beispielsweise bestellen bei den Lieferanten die verschiedenen ausgewählten Objekte – bei Brack.ch zum Beispiel mehrere Hundert an der Zahl – in grösserer Stückzahl, damit sie Rabatte an die Kundinnen und Kunden weitergeben können.

Der Black Friday findet immer einen Tag nach dem Erntedankfest – also am letzten Freitag im November – statt. Er läutet das Weihnachtsgeschäft ein. Mittlerweile macht der Detailhandel in mehr als 50 Ländern mit.

Hierzulande startete Manor mit dem Black-Friday. Weitere Händler stiessen dazu. Im letzten Jahr kam es dann zum «Durchbruch». Schon damals brachen die Online-Portale von einigen Grosshändlern unter den hohen Besucherzahlen zeitweise zusammen.

(SDA)


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