Blatter und Platini für acht Jahre gesperrt

Die Ethikkomission der Fifa hat entschieden: Sepp Blatter und Michel Platini werden für acht Jahre gesperrt. Der gefallene Präsident akzeptiert das Urteil jedoch nicht und will Rekurs einlegen. 

Im Fokus steht eine Zahlung von zwei Millionen Franken, die 2011 auf Geheiss von Sepp Blatter an Michel Platini überwiesen worden war. Es handelt sich dabei angeblich um ein Berater-Honorar, das Ende der 90er-Jahre mündlich vereinbart worden war. Aufgrund der finanziellen Lage sei die Zahlung damals aufgeschoben worden.

Sowohl Blatter als auch Plattini wurden nach Bekanntwerden zunächst für 90 Tage gesperrt. Der Vorwurf: Korruption und ungetreue Geschäftsführung. Am letzten Donnerstag hatte das Fifa-Oberhaupt in einer achtstündigen Anhörung die Vorwürfe zu widerlegen versucht. Offenbar erfolglos.

Im Zusammenhang mit dieser Zahlung stellte die rechtsprechende Kammer der FIFA jetzt einen “Interessenskonflikt” für den europäischen Verbandschef Platini und Weltverbands-Boss Blatter fest. “Es gab keine rechtliche Basis für die Zahlung”, heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Am Vormittag nahm Sepp Blatter in einer Medienkonferenz Stellung. Er war sich nach wie vor keiner Schuld bewusst. Er betonte erneut, dass ein mündlicher Vertrag vorgelegen hätte. Er sprach von einem “Gentleman Agreement.” Er und Platini müssten nun beweisen, dass nicht nur sie von dieser Abmachung wussten. Blatter kündigte zudem an, gegen die Sperre ankämpfen zu wollen. Er wird gegen das Urteil vor dem internationalen Sportgerichtshof (TAS) Rekurs einlegen. Er werde zurückkommen, so der Walliser in der Konferenz.

Sportpolitisch brisanter ist die Sperre gegen Michel Platini. Der Franzose, seit 2007 UEFA-Präsident, wird nun mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht für das Amt des FIFA-Präsidenten kandidieren können. Seine Karriere als Funktionär ist zumindest jahrelang auf Eis gelegt. Auch Platini wird in der Urteilsbegründung fehlende Loyalität gegenüber der FIFA und Amtsmissbrauch – er war auch FIFA-Vizepräsident – vorgeworfen. Die Busse gegen ihn beträgt 80’000 Franken.

Im Gegensatz zu Blatter war Platini letzte Woche nicht zur Anhörung in Zürich erschienen. Seine Anwälte verfolgten die Taktik der Vorverurteilung durch die Medien sowie durch Aussagen von Mitgliedern der FIFA-Ethikkommission. “Das Urteil ist für mich keine Neuigkeit. Das Verdikt stand schon seit Monaten fest. Deshalb bin ich nicht überrascht”, liess sich Platini in einem Statement zitieren.

(red)


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