“Blauer Pfeil” erhält Schweizer Denkmalpreis

Der "Blaue Pfeil" der BLS gilt als Vorläufer der Regionalzüge.
Der "Blaue Pfeil" der BLS gilt als Vorläufer der Regionalzüge. © KEYSTONE/BLS
Der “Blaue Pfeil” der BLS erhält den Denkmalpreis 2015 der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD). Mit dem Preis würdigt die KSD das Engagement der BLS-Stiftung bei der Restaurierung des Leichttriebwagens von 1938.

Mit der Auszeichnung des “Blauen Pfeils” berücksichtigt die KSD in der achten Ausgabe des Schweizer Denkmalpreises erstmals ein mobiles Kulturgut, wie aus einer Mitteilung der BLS und des Kanton Bern von Donnerstag hervorgeht. “Die Erhaltung von historischem Rollmaterial, Dampfschiffen oder Oldtimerautomobilen erfordert fundierte, technische Kenntnisse”, heisst es darin. Umso höher sei das Engagement der BLS-Stiftung zu würdigen.

Blauer Pfeil war technische Innovation

Die BLS-Stiftung verzichtete bei der Restaurierung auf grundsätzliche Rekonstruktionen, sondern legte das Gewicht auf die Erhaltung der historischen Substanz. Die äussere Erscheinung präsentiert sich im Wesentlichen am Zustand von 1938, als der Zug erbaut wurde. Auch die 1985 eingeschweissten Abrundungen der Fenster liess die Stiftung entfernen, damit die strenge Eckigkeit im Stil der neuen Sachlichkeit wieder hergestellt werden konnte.

Als der “Blaue Pfeil” 1939 erstmals an der Landi der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war er eine technische Innovation. Der Zug gehörte in der Schweiz zu den ersten Triebwagen mit selbsttragenden Wagenkästen und war sehr leicht gebaut. So wurden etwa Nieten mit Schweissnähten ersetzt, was zu einer massiven Gewichtsreduktion führte. Das tiefe Gewicht wirkte sich auch positiv auf die Kosten für die elektronische Antriebsenergie aus.

Vorläufer der heutigen S-Bahn

Rückblickend gilt der “Blaue Pfeil” als Vorläufer heutiger S-Bahn- und Regionalverkehrszüge. Bis 1983 war der Zug bei der Bern-Neuenburg-Bahn in Betrieb und fuhr auf dem ganzen Netz der BLS. Anschliessend kam er bis 1999 auf dem Netz der Sensetalbahn zum Einsatz.

Dass nach wie vor ein Exemplar des historischen Zuges existiert, ist dem Tramverein Bern zu verdanken. Dieser rettete 1999 das letzte erhaltene Fahrzeug der Serie vor dem Abbruch. 2011 erwarb die BLS-Stiftung den Leichttriebzug und restaurierte ihn bis 2014.

Heute wird er nur noch für Charter- und Publikumsfahrten genutzt. So auch am Donnerstag, als Regierungsrätin Barbara Egger zusammen mit der BLS-Führungsriege und geladenen Gäste bei einer Extrafahrt die Preisübergabe feierten.

(SDA)


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