Bodensee so warm wie nie

Sogar Flamingos fühlen sich im Bodensee wohl.
Sogar Flamingos fühlen sich im Bodensee wohl. © (KEYSTONE/Stefan Werner)
Das Bodenseewasser ist so warm wie noch nie um diese Jahreszeit. Die Temperatur liegt um zwei Grad über dem langjährigen Mittel. 

Die Temperatur des Bodenseewassers wird bei Bregenz seit 1979 aufgezeichnet. Die Temperaturen der letzten Monate dokumentieren gemäss einer Mitteilung der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) eindrücklich die überdurchschnittlich warmen Temperaturen dieses Winters.

Anfang Februar wurden mit 6,0 bis 6,5 Grad die bisher gemessenen maximalen Temperaturen des jeweiligen Kalendertages um bis zu 1,3 Grad überschritten. Im Vergleich mit den langjährigen Mittelwerten liegt der Bodensees derzeit rund zwei Grad über dem seit 1979 gemessenen Mittelwert.

Grund für den Temperatusanstieg ist der Klimawandel, sagt der Vorsitzende der IGKB, Elmar Zech aus Bregenz. “Die sehr gute Wasserqualität garantiert aber, dass der ökologische Zustand des Bodensees auch bei höheren Wintertemperaturen stabil bleibt.”

Dauerhaft wärmere Wassertemperaturen

Eine Studie geht davon aus, dass die Wassertemperaturen im Winter im Bodensee dauerhaft wärmer werden. Dieser Anstieg bewirkt laut Mitteilung, dass die Durchmischung des Seewassers eingeschränkt wird. Diese Durchmischung ist für die Sauerstoffversorgung am Seegrund bedeutend. Ein Mangel kann die Organismen schädigen.

4,5 Milliarden Franken investiert

Ein Problem ist dies aber laut IGKB derzeit noch nicht. Die aktuell sehr gute Wasserqualität bewirke, dass ein kritischer Sauerstoffmangel auch bei eingeschränkter oder ausbleibender Durchmischung absehbar nicht zu erwarten sei.  „Der vorsorgliche Gewässerschutz aller Staaten rund um den See ist daher besonders wichtig. Deshalb müssen die bisherigen Anstrengungen im Gewässerschutz fortgesetzt werden“, sagt Zech. Die Länder und Kantone rund um den Bodensee haben in den vergangenen 50 Jahren 4,5 Milliarden Franken in den Ausbau der
Kanalisation und Kläranlagen investiert. (red)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen