Börsengänge spielen weniger Geld ein – aber nicht in der Schweiz

Das Telekommunikationsunternehmen Sunrise hat die Statistik der Schweizer Börsengänge im Jahr 2015 geprägt (Archivbild).
Das Telekommunikationsunternehmen Sunrise hat die Statistik der Schweizer Börsengänge im Jahr 2015 geprägt (Archivbild). © KEYSTONE/GAETAN BALLY
Börsengänge von Unternehmen haben 2015 an Popularität verloren. Zwar gab es in diesem Jahr in etwa gleich viele Platzierungen von Firmen auf dem Börsenparkett. Allerdings ist das Emissionsvolumen insgesamt um rund ein Viertel zurückgegangen.

Nach einem vergleichsweise starken Jahr für Börsengänge 2014 hat die Attraktivität, sich Geld über den Kapitalmarkt zu besorgen, in diesem Jahr abgenommen. Die Zahl der weltweiten Börsengänge ging laut einer regelmässig vorgenommenen Analyse der Wirtschafts- und Beratungsgesellschaft EY vom Dienstag gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Prozent auf 1218 Transaktionen zurück.

Dabei sank auch das Emissionsvolumen markant. Es reduzierte sich um rund 25 Prozent auf 195 Milliarden Dollar. Die Firmen haben also beim Verkauf ihrer Aktien mit in etwa gleich vielen Transaktionen deutlich weniger eingenommen.

Als Hauptgrund für diese Entwicklung geben die Autoren der Studie das zeitweise Verbot von Börsengängen in China an. Zudem trug die Situation in Amerika stark zu diesen Resultaten bei, denn in den Vereinigten Staaten ging die Zahl der Neuzugänge an den Kapitalmärkten um 42 Prozent zurück und das Emissionsvolumen sank dabei um markante 65 Prozent.

In der Schweiz kam es 2015 zu zwei Börsengängen – nach sechs Transaktionen im Vorjahr. Es kamen das Telekommunikationsunternehmen Sunrise sowie die aus Italien stammende Pharmafirma Cassiopea aufs Parkett. Mit umgerechnet rund 2,65 Milliarden Dollar lag das Emissionsvolumen der zwei Transaktionen klar über den Werten der Vorjahre. Sunrise spielte dabei das meiste Geld ein; bei Cassiopea brachte der Aktienverkauf rund 188 Millionen Dollar.

Die Titel von Plazza, der Immobliensparte von Conzzeta, die seit Mitte des Jahres an der Schweizer Börse gehandelt werden, waren laut EY kein klassischer Börsengang im Sinne der Studie und wurden daher auch nicht berücksichtigt.

(SDA)


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