Odebrecht akzeptiert Milliardenstrafe

Mindestens vier der zwölf WM-Stadien in Brasilien hat der Baukonzern Odebrecht gebaut, hier die Arena Corinthians. Dabei sollen laut Strafverfolgern illegale Gelder geflossen sein. (Archivbild)
Mindestens vier der zwölf WM-Stadien in Brasilien hat der Baukonzern Odebrecht gebaut, hier die Arena Corinthians. Dabei sollen laut Strafverfolgern illegale Gelder geflossen sein. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/ANDRE PENNER
Lateinamerikas grösster Baukonzern Odebrecht hat einem Insider zufolge in einem weitreichenden Schmiergeldskandal einer Strafzahlung von knapp zwei Milliarden Dollar zugestimmt. Ein Teil der Zahlung soll in der Schweiz entrichtet werden.

Das Geld aus der Strafzahlung solle zwischen den USA, der Schweiz und Brasilien aufgeteilt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle bei der Staatsanwaltschaft. Der grösste Teil gehe an Brasilien. Die Summe solle über 20 Jahre hinweg bezahlt werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Baufirma vor, Schmiergeld gezahlt zu haben, um milliardenschwere Aufträge des staatlichen Ölkonzerns Petrobras zu bekommen. Dieser wiederum soll unrechtmässig Gelder an politische Parteien geschleust haben.

Den Ermittlern lägen zudem Beweise vor, dass beim Bau der Sportstadien für die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ebenfalls illegal Gelder geflossen seien. Odebrecht hat mindestens vier der insgesamt zwölf WM-Stadien in Brasilien gebaut. Das Unternehmen und die Staatsanwaltschaft lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Juli 2015 ihre Untersuchungen im Petrobras-Skandal auf die Spitzen des Baukonzerns Odebrecht ausgeweitet. Wie es bei der Behörde damals hiess, werden Odebrecht und dessen Tochterfirmen verdächtigt, Schweizer Konten für Schmiergeldzahlungen an ehemalige Petrobras-Führungskräfte benutzt zu haben. Letztere verfügen demnach ebenfalls über Schweizer Konten.

Mit der Zahlung bekomme die Firma wieder Zugang zu öffentlichen Aufträgen, hiess es weiter. Zudem macht die Zahlung den Weg frei für Vergleiche für 77 Verantwortungsträger der Firma, unter ihnen auch der frühere Konzernchef Marcelo Odebrecht. Dies soll laut Medienberichten in den kommenden Tagen geschehen.

Die Deals der Odebrecht-Manager mit den Behörden bergen Zündstoff, weil damit gerechnet wird, dass Bestechungszahlungen an bis zu 200 brasilianische Parlamentarier publik werden dürften.

(SDA)


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