Brexit als Warnung für die Schweiz

Am Samstag protestierten tausende Briten in London gegen den Austritt aus der EU.
Am Samstag protestierten tausende Briten in London gegen den Austritt aus der EU. © (KEYSTONE/DPA/Ik Aldama)
Der Nachgang zum Brexit-Entscheid in Grossbritannien ist für den ehemaligen FDP-Präsidenten Philipp Müller eine Warnung. Die Vorgänge dort sind für ihn wie eine Vorwegnahme dessen, was passieren würde, wenn die Schweiz einmal die bilateralen Verträge verlieren sollte.

Die harte Reaktion der EU gegen Grossbritannien, der drohende Verlust des EU-Marktzugangs und Planspiele von Firmen, die Arbeitsplätze auf den Kontinent zu verlagern, sei den “Leuten in die Knochen gefahren”, sagte der FDP-Ständerat im Interview mit der “NZZ am Sonntag”. Sollte die Schweiz einmal die bilateralen Verträge mit der EU verlieren, “gäbe es auch bei uns ein böses Erwachen. Auch bei uns würden dann viele, die denken, die Verträge seien nicht so wichtig, plötzlich sehr nervös.”

Gössi bemängelt Unwissenheit

Böse erwacht scheint FDP-Präsidentin Petra Gössi bereits jetzt. Ihrer Ansicht nach hat der Bundesrat seit der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien keine gute Figur gemacht. “Was wir in den letzten Tagen aus dem Bundesrat gehört haben, wirkte nicht so, als hätte er sich vorher wirklich mit dem Brexit auseinandergesetzt”, sagte die Nationalrätin im Interview mit den Zeitungen “Ostschweiz am Sonntag” und “Zentralschweiz am Sonntag”.

Was die Folgen für die Schweiz und die Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative betrifft, wisse heute niemand genau, was passieren wird. Wichtig sei, dass die Unterhändler “mit Pfupf” an die Gespräche mit der EU gingen. “Man muss gar nicht erst anfangen, wenn man das Gefühl hat, ohnehin nichts erreichen zu können.”

(SDA)


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