Bund hebt Präventionsmassnahmen zu Vogelgrippe auf

Auch Tierparks und Zoos mussten Vorkehrungen gegen die Vogelgrippe treffen, wie hier am Gehege der Papageientaucher im Dählhölzli in Bern. (Archivbild)
Auch Tierparks und Zoos mussten Vorkehrungen gegen die Vogelgrippe treffen, wie hier am Gehege der Papageientaucher im Dählhölzli in Bern. (Archivbild) © KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Weil die Ansteckungsgefahr für Hausgeflügel sinkt, hebt der Bund am (morgigen) Samstag die Präventionsmassnahmen gegen die Vogelgrippe auf. Während mehrere Wildvögel an dem Virus verendeten, wurden beim Hausgeflügel in der Schweiz keine Fälle bekannt.

Die Zahl der von der Vogelgrippe betroffenen Zugvögel sei in Europa stark zurückgegangen, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Freitag mit. Zudem herrschten seit Anfang März mildere Temperaturen und die meisten Zugvögel hätten ihre Winterquartiere verlassen. Damit sinke das Ansteckungsrisiko für Hausgeflügel.

Die Präventionsmassnahmen waren seit dem 12. November des vergangenen Jahres in Kraft. So durften etwa Futter- und Tränkestellen für Wildvögel nicht zugänglich sein. Zudem mussten Gänse- und Laufvögel vom übrigen Hausgeflügel getrennt gehalten werden.

Einige Tiere mussten, weil dies für ihre Halter nicht anders zu bewerkstelligen war, «faktisch immer drinnen bleiben», wie BLV-Sprecherin Eva van Beek auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Der Berner Tierpark Dählhölzli verlegte einige seiner Vögel zeitweise von den Aussenanlagen in geschlossene Gebäude. Die Enten und Gänse mussten etwa in der Quarantänestation bleiben. Die Pelikane und Flamingos kamen vorübergehend in ihren Winterställen unter. Anfang Februar durften die Flamingos wieder ins Freie.

Bis heute ist in der Schweiz – anders als in vielen anderen betroffenen Ländern – kein Hausgeflügel an dem Virus verendet. Die rasch ergriffenen Präventionsmassnahmen und die geringe Zahl der Zuchtschwimmvögel haben laut BLV vermutlich dazu beigetragen. Zudem schienen viele Zugvögel den Winter an den Schweizer Seen zu verbringen, statt weiterzuziehen. «Die grossen Migrationsrouten führen um die Alpen herum», so van Beek.

Allerdings gab es in der Schweiz viele betroffene Wildvögel. Die meisten wurden an Gewässern gefunden, vor allem am Bodensee, am Neuenburger- und Bielersee sowie am Genfersee. Der letzte an der Vogelgrippe gestorbene Wildvogel wurde am 6. Januar im Kanton Genf entdeckt. Insgesamt gab es 121 bestätigte Fälle auf 376 analysierte Tiere. Es handelte sich vorwiegend um Reiherenten, Möwen und Schwäne.

Wegen der vielen Fälle bei Wildvögeln bleibt ein Restrisiko, falls die wilden Vögel mit Hausgeflügel in Kontakt kommen, wie das BLV schreibt. Zudem sei zu erwarten, dass sich die Vogelgrippe auch in kommenden Jahren wieder in Europa ausbreiten werde.

Das Vogelgrippevirus des Subtyps H5N8 war in der Schweiz erstmals Anfang November bei toten Wasservögeln am Bodensee nachgewiesen worden. Für Menschen ist es nach bisherigen Erkenntnissen harmlos.

Vom aktuellen Ausbruch war praktisch ganz Europa betroffen. Viele Länder setzten strikte Schutzmassnahmen wie Stallpflicht um, die jüngst teilweise auch wieder gelockert wurden.

Zahlreiche erkrankte Tiere mussten etwa in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien und Russland getötet werden. Der Wiener Tiergarten Schönbrunn musste gar 21 Pelikane einschläfern lassen, weil das Virus sie befallen hatte.

(SDA)


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