Bundespräsidentin ist in Äthiopien eingetroffen

Simonetta Sommaruga (rechts) wird vom äthiopischen Präsidenten Mulatu Teshome (Mitte) am Flughafen empfangen. Im Hintergrund der Bundesratsjet.
Simonetta Sommaruga (rechts) wird vom äthiopischen Präsidenten Mulatu Teshome (Mitte) am Flughafen empfangen. Im Hintergrund der Bundesratsjet. © /KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ist am Samstag zu einem Arbeitsbesuch in Äthiopien eingetroffen. Sie wurde am frühen Abend in Addis Abeba mit militärischen Ehren empfangen. Gemeinsam mit dem äthiopischen Präsidenten Mulatu Teshome schritt Sommaruga die Ehrenformation ab.

Es handelt sich um den ersten Besuch einer Bundespräsidentin in dem Land. Äthiopien sei ein Schlüsselstaat in der von Krisen und Kriegen geprägten Region, sagte Sommaruga im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Die Schweiz verfolgt im Horn von Afrika eine breite Strategie, die Migrationsfragen, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit umfasst. Der Arbeitsbesuch ist laut der Bundespräsidentin Ausdruck dieser Strategie.

In Äthiopien leben über 700‘000 Flüchtlinge, davon mehr als 100‘000 aus dem Nachbarstaat Eritrea – dem wichtigsten Herkunftsland von Asylsuchenden in der Schweiz. In der Asyldebatte wird immer wieder die Forderung laut, die Hilfe vor Ort zu verstärken.

„Das ist genau das, was wir hier machen“, stellt Sommaruga fest. Hilfe vor Ort bedeute, Flüchtlingen Schutz und eine Perspektive zu geben, damit sie in der Region bleiben könnten. Dabei gehe es um humanitäre Hilfe, aber auch um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Stärkung der lokalen Verwaltungen. „Wir haben die besten Erfahrungen gemacht, wenn wir den Dialog auf Augenhöhe suchen“, sagt die Bundespräsidentin.

Sommaruga wird Mitte November am Gipfel von Malta teilnehmen, an welchem Vertreter europäischer und afrikanischer Staaten gemeinsam über Migration sprechen wollen. Auch dort werde Äthiopien eine wichtige Rolle spielen, sagt Sommaruga. In der aktuellen Flüchtlingskrise gebe es nur eines: Zusammenarbeit. „Es ist offensichtlich, dass kein Staat die Herausforderungen alleine bewältigen kann.”

Die Delegation aus der Schweiz wird am Sonntag unter anderem ein Flüchtlingslager im Osten Äthiopiens besuchen. Für Montag sind offizielle Gespräche angesetzt: Die Bundespräsidentin trifft sich mit Äthiopiens Präsident Mulatu Teshome und mit Premierminister Hailemariam Dessalegn. Auf dem Programm stehen ausserdem Treffen mit Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.

(SDA)


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