Vier Bundesräte sind bereits am Vortag in den 1. August gestartet

Bundesrat Alain Berset begrüsst Gäste an der Eröffnung des Neubaus für das Landesmuseum in Zürich.
Bundesrat Alain Berset begrüsst Gäste an der Eröffnung des Neubaus für das Landesmuseum in Zürich. © Keystone/ENNIO LEANZA
Bereits am Tag vor dem 1. August haben vielerorts die Feiern zum Nationalfeiertag begonnen. Auch vier der sieben Bundesräte sind schon am Sonntag ans Rednerpult getreten. Unter ihnen war Bundespräsident Johann Schneider-Ammann.

Er hat dieses Jahr ein dichtes Programm mit mehreren Auftritten zu absolvieren. Am Sonntag sprach er im Tessiner Maggiatal zur Bevölkerung von Lòdano. In seiner Ansprache erinnerte der Wirtschaftsminister an den kürzlich verstorbenen Clown Dimitri: “Seine humorvolle Art, seine positive Ausstrahlung und sein Lachen werden uns fehlen.”

Schneider-Ammann betonte auch die Wichtigkeit von guten Beziehungen zwischen dem Tessin und den übrigen Landesteilen. Eine Chance zur sieht er in der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Durch die künftig verkürzten Reisezeit ins Tessin werden die Landesteile noch enger zusammenrücken, zeigte sich der Wirtschaftsminister überzeugt.

Schneider-Ammann zeigte sich den Einheimischen auch beim Gang durch das Dorf und mit einer Schaufel in der Hand: Er half vor den Augen vieler Erwachsener und Kinder mit, einen Baum für die Stiftung Pro Specie Rara zu pflanzen.

Bundesrat Alain Berset sprach anlässlich der Eröffnung des Landesmuseum-Neubaus in Zürich. Der Anbau sei ein Beispiel für eine neue Zukunftsdimension, die auch die Schweiz brauche. “Eine selbstbewusste, aber respektvolle Erweiterung unseres Selbstverständnisses täte uns jedenfalls gut”, sagte er.

Die unsichere Identität könne aber – paradoxerweise – auch eine grosse Stärke sein, “denn sie macht uns zu Selbsterfinderinnen und Selbsterfindern”, sagte Berset. Dies verschaffe der Schweiz einen grossen Startvorteil in einem Europa, in dem sich sämtliche Länder für das 21. Jahrhundert neu erfinden müssten, sei es aus politischen, wirtschaftlichen oder demografischen Gründen.

Bundesrat Ueli Maurer stellt Jeremias Gotthelfs Novelle “Die schwarze Spinne” in den Mittelpunkt seiner 1. August-Rede. Die Geschichte habe “verblüffende und unheimliche Parallelen zu heute”, sagte Mauer an seiner am Sonntag in Fischingen TG und Bussnang TG gehaltenen und im Internet veröffentlichten Rede.

Drei Kernbotschaften Gotthelfs seien heute wieder erschreckend aktuell, betonte Maurer. Diese lauteten: “Versprechen von magischer Hilfe haben immer einen Haken, über kurz oder lang wird die Rechnung präsentiert; Werte haben eine Wert; unser Land lebt von engagierten Bürgern.”

Am Sonntagabend veröffentlichte schliesslich auch Verteidigungsminister Guy Parmelin seine Rede zum Nationalfeiertag im Internet. Er lobte die Schweiz als sicheres Land, “das auch von seinen Einwohnern als sicher empfunden wird”. Sicherheit brauche ein Land, um aufblühen zu können.

Frieden, Glück und Gesundheit könnten jederzeit in Frage gestellt werden, stellte der Verteidigungsminister fest. Er forderte, sich die Frage zu stellen, wie man sich vor Bedrohungen schützen könne, “nicht unbeschwert, aber ohne Angst”. Das sei die Aufgabe jedes Regierungsvertreters und auch jedes Bürgers.

Am offiziellen Nationalfeiertag, dem 1. August, werden dann auch die übrigen Bundesräte ihre Worte ans Volk richten. Besonders viel Bundesratspräsenz erhält diese Jahr die Ostschweiz.

Neben Finanzminister Ueli Maurer ist auch Justizministerin Simonetta Sommaruga zu Gast an einer Feier im Thurgau, in der Gemeinde Steckborn. Verkehrsministerin Doris Leuthard tritt in Schaffhausen ans Rednerpult. Und auch Verteidigungsminister machte Guy Parmelin einen Abstecher in den Osten: Er trat am Sonntag in Rorschach SG auf und wird am Montag ins Tessin reisen.

(SDA)


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