Burkhalter trifft Kolumbiens Aussenministerin

Höflichkeitsbesuch in Bern: Aussenminister Didier Burkhalter (r.) und seine kolumbianische Amtskollegin María Ángela Holguín Cuéllar posieren für die Fotografen
Höflichkeitsbesuch in Bern: Aussenminister Didier Burkhalter (r.) und seine kolumbianische Amtskollegin María Ángela Holguín Cuéllar posieren für die Fotografen © /KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Aussenminister Didier Burkhalter hat am Dienstag seine kolumbianische Amtskollegin María Ángela Holguín Cuéllar getroffen. Die beiden sprachen insbesondere über Herausforderungen rund um den Friedensprozess mit der FARC und die Rolle der Schweiz in diesem Kontext.

Die Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Grossgrundbesitzer. In dem Konflikt wurden mindestens 220’000 Menschen getötet, 5,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Seit 2012 verhandeln Regierung und FARC in Kuba um die Bedingungen eines Friedensvertrags.

Die Schweiz sei überzeugt, dass nur eine Verhandlungslösung die nötige Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Kolumbien schaffe, teilte das Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag mit. Sie sei deshalb in verschiedenen Bereichen des Postkonflikt-Managements aktiv und stelle ihr Wissen zur Verfügung.

Neben den Fragen rund um die FARC besprachen Burkhalter und Holguín Wirtschaftsthemen, unter anderem die Dynamik innerhalb der Pazifischen Allianz. In dieser regionalen Organisation haben sich vier lateinamerikanische Länder (Chile, Kolumbien, Peru, Mexiko) zusammengeschlossen, die den Freihandel fördern wollen. Die Schweiz hat seit 2013 Beobachterstatus bei dieser Organisation.

Die beiden zeigten sich zudem erfreut darüber, dass für September 2016 eine Neuauflage des Programms “Diplomacia Deportiva” (Sportdiplomatie) in der Schweiz vorgesehen ist. Mithilfe dieses Programms können kolumbianischen Jugendlichen aus Konfliktregionen Perspektiven auf ein Leben ohne Kriminalität und Gewalt aufgezeigt werden.

Vor dem Höflichkeitsbesuch Holguíns bei Burkhalter führte die kolumbianische Aussenministerin ein Gespräch mit EDA-Staatssekretär Yves Rossier im Rahmen der fünften Runde der politischen Konsultationen zwischen der Schweiz und Kolumbien, die seit 2008 regelmässig stattfinden.

Die Eidgenossenschaft engagiert sich seit über zehn Jahren stark in Kolumbien, einem Schwerpunktland der Schweiz in den Bereichen Friedensförderung, humanitärer Hilfe und wirtschaftlicher Entwicklung. Kolumbien ist derzeit der fünftwichtigste Handelspartner der Schweiz in Südamerika.

(SDA)


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