Bye Bye Openair Frauenfeld

Von Stephanie Martina
Die Besucher des Frauenfelder Openairs lassen sich ihre Stimmung vom Regen nicht vermiesen
Die Besucher des Frauenfelder Openairs lassen sich ihre Stimmung vom Regen nicht vermiesen © FM1Today/Stephanie Martina
170’000 Besucher feierten während der vergangenen vier Tage am Openair Frauenfeld. Nicht einmal vom Gewitter, das gestern über Frauenfeld zog, liessen sich die Festivalbesucher die Stimmung vermiesen. Auch am letzen Abend wurde der Hip Hop zelebriert: Vor allem Cro kam gut an, obwohl er seine Fans auf eine Geduldsprobe stellte.

Vor allem viele weibliche Openair-Besucher mussten sich bis zum letzten Abend des Festivals gedulden, bis ihr grosser Star Cro endlich – als zweitletzter Act – die Hauptbühne betrat. Doch beinahe schien es, als würde auch Cro – wie am Abend zuvor The Weeknd – nicht die geplanten 75 Minuten spielen. Plötzlich ging auf der Hauptbühne ein weisser Vorhang zu und einige Minuten wusste niemand, ob es das nun gewesen war, oder ob der deutsche Rapper mit der Panda-Maske sein Konzert fortsetzen wird.

Cro lässt seine Fans zappeln

«Das kann er doch nicht machen», sagt eine Besucherin ungläubig. Doch Cro enttäschte seine vorwiegend weiblichen Fans nicht: Er kam zurück, erklärte, dass er kurz sein T-Shirt wechseln musste und setzte zu einem seiner ganz grossen Hits an. Bei den ersten Takten von «Traum» kreischte die Menge auf der Grossen Allmend.

Cro spielte bereits 2014 am Frauenfelder Openair

Cro spielte bereits 2014 am Frauenfelder Openair (Archivbild: Keystone/Ennio Leanza)

Auch nachdem Cro mit «Easy» das Konzert pünktlich beendet hatte, waren viele junge Besucherinnen noch völlig ausser sich: «Es war mega geil. Einfach Hammer! Wir haben die ganze Zeit mitgesungen», erzählt eine heisere Besucherin und eine andere findet: «Es war der Wahnsinn, ich bin sprachlos.»

Bushido beendet Openair

Gestern Abend sang nicht nur Cro seinen Hit «Bye Bye», sondern es hiess auch für die Besucher Bye Bye Openair Frauenfeld. Mit dem Auftritt der deutschen Rapper Bushido & Shindy endete das 22. Frauenfelder Openair. Rund 50’000 Besucherinnen und Besucher waren täglich auf dem Festival-Gelände.

Das gemäss Veranstalter grösste Hip-Hop-Festival Europas begann am Donnerstag und ging in der Nacht auf heute Sonntag zu Ende. Bereits am Mittwoch wurden 20’000 Besitzer eines Early-Bird-Tickets eingelassen. Zu hören waren 51 Konzerte mit bekannten Rappern wie Marteria, Nas oder The Weeknd. In vier Partyzonen sorgten rund 100 DJs fast rund um die Uhr für Party-Stimmung.

Taschen, Virus und Konzertabbruch

«Das Openair verlief ohne grössere Zwischenfälle», wie Mediensprecher Joachim Bodmer am Samstag sagte. Das neue Sicherheitskonzept, das beinhaltet, dass nur noch Taschen bis zu einer Grösse vom Format A5 aufs Festivalgelände mitgenommen werden dürfen, verursachte keine Probleme.

Einzig die Meldung darüber, dass bei einem Besucher das Norovirus diagnostiziert wurde, sorgte kurz für Ungewissheit unter den Besuchern. Kurze Zeit später konnte jedoch Entwarnung gegeben werden, da es sich um einen Einzelfall gehandelt haben soll. Ebenso war die Enttäuschung über den Konzertabbruch des US-Rappers Desiigner nur von kurzer Dauer. Dieser musste seinen Auftritt frühzeitig beenden, weil Fans die Bühne gestürmt hatten.

Sonnenschirme werden zu Regenschirmen

Nach drei Hitzetagen zog am frühen Samstagabend ein Gewitter über Frauenfeld. Doch die Frauenfelder liessen sich vom Regen ihre Stimmung nicht vermiesen. «Das Openair war Hammer. Der Regen müsste nicht sein, aber die Stimmung können diese paar Tropfen nicht dämpfen. Wir sind ja noch jung – so etwas gehört zu einem Openair einfach dazu», meint Leutrin Jakupi (18) aus Sulgen.

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Leutrin (links) findet, dass Regen zu einem Festival dazugehört (Bild: FM1Today/Stephanie Martina)

Auch Sven Höfer aus Stuttgart findet, dass sich die Reise nach Frauenfeld gelohnt hat: «Solange es nicht stärker zu regnen beginnt, macht mir das nichts aus. Ich bin gut ausgerüstet.»

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Sven und seine Freundin Celine sind bestens ausgerüstet für Regenwetter (Bild: FM1Today/Stephanie Martina)

Am Sonntag finden am Openair Frauenfeld keine Konzerte mehr statt. Die Besucher packen langsam aber sicher ihre Zelte zusammen und machen sich auf die Heimreise.

(stm)


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