Carla Del Ponte will nicht aufhören, Kriegsverbrecher zu jagen

Keiner soll ungeschoren davonkommen: Carla Del Ponte bleibt leidenschaftliche Jägerin von Kriegsverbrechern (in einer Aufnahme vom Januar in Interlaken).
Keiner soll ungeschoren davonkommen: Carla Del Ponte bleibt leidenschaftliche Jägerin von Kriegsverbrechern (in einer Aufnahme vom Januar in Interlaken). © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Ihrem Vater wäre lieber gewesen, sie hätte geheiratet. Stattdessen studierte Carla Del Ponte, wurde Bundesanwältin und UNO-Chefanklägerin für das frühere Jugoslawien. “Meinen Glauben und meine Arbeit habe ich immer getrennt”, sagt sie. Glauben sei kompliziert genug.

Ihre Mutter habe sie enorm geprägt. “Sie sagte, dass man, wenn man im Recht sei, dieses verteidigen müsse. Und dass man Kraft habe, solange man der Wahrheit treu bleibe”, erinnert sich Carla Del Ponte im Interview mit dem “Migros Magazin”.

Die Frauen von Srebrenica, wo 1995 im Bosnien-Krieg von serbischen Bewaffneten mehr als 8000 bosnische Muslime massakriert wurden, werde sie nie vergessen, sagt die Tessiner Top-Juristin und frühere Mafia-Jägerin.

Und weiter zu Srebrenica: “Eine Frau erzählte mir, dass sie vor ihren drei Kindern vergewaltigt worden war und anschliessend zusehen musste, als diese getötet wurden.” Das immense Leid dieser Mutter könne man sich nur schwer vorstellen. Darum müssten Kriegsverbrecher verurteilt werden – als Genugtuung für die Opfer. Carla Del Pontes Mandat als Ermittlerin im Syrien-Krieg wurde schon vier Mal verlängert.

(SDA)


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