Chaves gewinnt als ersten Kolumbianer einen grossen Klassiker

Der Kolumbianer Esteban Chaves gewann erstmals eines der grossen Eintagesrennen
Der Kolumbianer Esteban Chaves gewann erstmals eines der grossen Eintagesrennen © KEYSTONE/EPA EFE/JAVIER LIZON
Die Kolumbianer sind schon seit Jahrzehnten als starke Kletterer im Radsport bekannt, aber nun gewinnt mit Esteban Chaves erstmals einer von ihnen eines der fünf grossen klassischen Eintagesrennen.

Esteban Chaves gewann in einem Dreiersprint vor dem Italiener Diego Rosa und seinem kolumbianischen Landsmann Rigoberto Uran die 110. Austragung der Lombardei-Rundfahrt, die über 241 km von Como nach Bergamo führte. Sechs Sekunden zurück wurde der Franzose Romain Bardet Vierter.

Im Gegensatz zu Mailand – Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Paris – Roubaix und Lüttich – Bastogne – Lüttich, den Klassikern des Frühjahrs, bietet die Lombardei-Rundfahrt auch den Bergfahrern eine Chance. Besonders in diesem Jahr waren auf dem schwierigen Parcours, auf dem nicht weniger als 4240 Höhenmeter zu bewältigen waren, Kletter-Qualitäten gefragt. Und die bringt der 26-jährige Chaves, in diesem Jahr Gesamt-Zweiter im Giro d’Italia und Gesamt-Dritter der Vuelta, in besonderem Mass mit.

Im Aufstieg zum Selvino, dem letzten grossen Hindernis des Tages, hatte Chaves die Vorentscheidung eingeleitet. Der Kolumbianer attackierte am Fuss der Steigung. Lediglich Uran und Bardet konnten folgen, ehe auch noch Rosa den Anschluss schaffte. 42 Sekunden lag das Quartett auf der Passhöhe vor den nächsten Verfolgern, die in der Folge nicht mehr heran kamen.

Die sechs gestarteten Schweizer spielten keine Rolle. Der Zürcher Oberländer Oliver Zaugg, der die Lombardei-Rundfahrt 2011 überraschend gewonnen hatte, bestritt sein letztes Rennen, konnte aber wie seine Schweizer Kollegen keine Akzente setzen.

Als Gesamtsieger der World Tour hatte schon vor dem 27. und letzten Rennen der Saison der Slowake Peter Sagan festgestanden. Der Kolumbianer Nairo Quintana hätte ihn theoretisch noch abfangen können, doch der Vuelta-Gesamtsieger hat seine Saison – wie auch der Brite Chris Froome – schon beendet.

(SDA)


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