«Chewie»-Entführer meldet sich

Die Chewbacca-Figur aus St.Gallen wurde gestohlen "um sie zu befreien."
Die Chewbacca-Figur aus St.Gallen wurde gestohlen "um sie zu befreien." © FM1Today/Sandro Zulian
Neues von der entführten Chewbacca-Figur vom St.Galler «Coiffeur X»: Der Mann, der die Figur aus dem Schaufenster mitgenommen hatte, hat sich nun beim deutschen «Spiegel» gemeldet.

Der Mann stürmte Ende August vermummt den Laden des «Coiffeur X» in St.Gallen, rief «Achtung, Terroranschlag» und nahm die Chewbacca-Figur aus dem Schaufenster. Darauf verliess er das Geschäft wieder (FM1Today berichtete). Seither fehlt von der Star-Wars-Figur und dem Entführer jede Spur. Auch eine Belohung von 100 Franken nützte nichts.

Fall gelöst

Am Freitag schreibt nun das deutsche Magazin «Der Spiegel»: «Nun hat der ‘Spiegel’ den Fall gelöst, ohne jede Absicht.» Ein junger Mann habe mit einem «Spiegel»-Mitarbeiter gesprochen. Dabei habe sich der 17-Jährige als Entführer ausgegeben. Der junge Mann hatte ein Bild des Bekennerschreibens dabei und zeigte Bilder von sich mit dem Pappaufsteller.

Der Entführer habe «etwas richtigstellen wollen»: Er sei kein Terrorist und auch nicht aus einer Klinik ausgebrochen. Vielmehr habe es sich um eine politische Aktion gehandelt. Thore, wie «Der Spiegel» den Mann nennt, habe in seinem Zimmer ein Poster, das für ihn Freiheit bedeute. Auf dem Bild: Chewbacca auf einem Surfbrett.

Kein Terroranschlag

Bei einem Besuch in der Schweiz sei Thore schockiert gewesen, als er sah, dass Chewbacca nun für Marketingzwecke missbraucht wurde. Er wollte ihn befreien. Bei der Entführung habe er jedoch nicht «Terroranschlag» gerufen sondern «Anti-Terror-Anschlag».

Der «Spiegel» schreibt: «Es ist eigentlich der Sinn von politischen Aktionen, dass sie Aufmerksamkeit für eine gemeinsame Sache erzeugen, für eine höhere Idee.» Dass dies hier nicht funktioniert habe, sei vielleicht am Ziel, dem Coiffeur-Laden, gelegen. Diese seien möglicherweise «immun gegen jede Form von Ideologie, weil ihre Wortspiele eine Art Schutzwall geschaffen haben, an dem jede Ernsthaftigkeit abprallt.»

Mit «Chewie» ans Meer

Thore hat «seinen» Chewbacca nun einer Freundin gegeben. Diese benutze ihn als Anziehpuppe. Und eines Tages soll Chewbacca mit Thore und seiner Freundin auch ans Meer gehen dürfen.

So witzig das jetzt tönt, die Angestellten des «Coiffeur X» können darüber nicht lachen. Gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» sagen sie: «Die Aktion war für uns gar nicht lustig. Chewbacca selber trauere ich aber nicht nach.»

(red.)


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