Ligen wehren sich gegen Champions-League-Reform

Die Champions League soll - zumindest theoretisch - für jeden Club erreichbar bleiben.
Die Champions League soll - zumindest theoretisch - für jeden Club erreichbar bleiben. © Keystone
In einem gemeinsamen Statement haben fast alle europäischen Fussballverbände ihren Unmut gegenüber der Champions-League-Reform kund getan. Sie drohen damit, gemeinsame Absichtserklärungen gegenüber der Uefa zu künden.

Die Champions League und die Europa League sollen reformiert werden. Unter anderem will die Uefa den vier besten Ligen vier fixe Startplätze reservieren. Das würde bedeuten, dass 16 der 32 Teilnehmer aus diesen Ligen kommen. Die Uefa nimmt sich dieser Reformen nur an, weil die grössten europäischen Clubs Druck machen. So forderte zum Beispiel Bayern München einen fixen Startplatz und attraktivere Gegner in der Champions League. Sollte die Uefa die Reformen ablehnen, drohten die Grossklubs um Bayern, Manchester United und Real die Gründung eines eigenen Wettbewerbs.

Auch wenn die Reformen noch nicht abgesegnet sind, gibt es nun Widerstand. Die EPFL, der Dachverband der europäischen Ligen, fordert von der Uefa ein Umdenken. “Für eine Organisation, die sich selbst als Interessenvertretung des europäischen Fussballs bezeichnet, ist eine solche Reform unentschuldbar”, schreibt der Verband.

Die Änderungen würden zu noch grösseren sportlichen und finanziellen Unterschieden in den nationalen und internationalen Club-Wettbewerben führen.

Die EPFL droht gar damit, aus der gemeinsamen Absichtserklärung (“Memorandum of Understanding”) mit der Uefa auszuscheiden, da sie in den Reformen einen Bruch der Erklärung sieht. Sollte dies geschehen, sind die europäischen Verbände nicht mehr an Anstosszeiten gebunden. So könnten zeitgleich mit der Champions League nationale Club-Spiele angesetzt werden.

Die Erklärung des Dachverbandes haben fast alle europäischen Ligen unterschrieben, unter anderem auch die Swiss Football League. Nicht zu den unterzeichnenden Ligen gehört die italienische Serie A – die zweithöchste italienische Liga, die Serie B, hat sich hingegen hinter die Forderungen der EPFL gestellt.

(red.)


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