Cologna hatte keine Chancen

Dario Cologna überquerte im 50-km-Rennen die Ziellinie ausserhalb der Podestränge
Dario Cologna überquerte im 50-km-Rennen die Ziellinie ausserhalb der Podestränge © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die Tücken des Skiwechsels: Dario Cologna kämpft über 50 km mit technischen Problemen und braucht viel Kraft. Er hätte jedoch höchstens um Bronze kämpfen können. Der vierfache Olympiasieger blieb im letzten Männerrennen in Pyeongchang weit von einer zweiten Medaille entfernt.

Ein Malheur beim ersten Skiwechsel stand am Anfang vom Ende der Hoffnungen. Cologna verlor den Kontakt zur Spitzengruppe nach gut 16 km, weil er beim Wechseln der Ski die Bindung nicht ganz geöffnet hatte und so wertvolle Sekunden einbüsste. Schwerer fiel allerdings ins Gewicht, dass der zweite Ski – obwohl gleich präpariert – nicht mehr gleich gut zog wie der erste. Als er für die letzten gut 16 km zurück auf den ersten Ski wechseln konnte, lief es wieder besser. «Es waren beim Testen die Nummern 1 und die Nummer 2», erklärte Cologna. Und zwei Runden à je 8,4 km brauche es, um den Ski neu zu präparieren. Deshalb habe er gewusst, dass er 16 km mit dem zweiten laufen müsse.

Enttäuschung hält sich in Grenzen

«Ich konnte die Lücke zwar wieder schliessen, verbrauchte dabei aber viel Energie», stellte der 31-jährige Bündner nüchtern und gefasst fest. Als dann vorne die Post abging, konnte er nicht mehr mithalten. «Niskanen und Bolschunow waren sehr stark, aber wenn ich den Anschluss hätte halten können, wäre der Kampf um eine Medaille vielleicht noch offen gewesen.» Ob es aber letztlich am Ski gelegen habe, wisse er natürlich nicht.

Die Enttäuschung des Münstertalers hielt sich auch deshalb in Grenzen, weil er sich selber nicht unter den absoluten Topfavoriten gesehen hatte. »Ich war eher vorsichtig, denn ich fühle mich im Skating doch noch etwas besser und habe mehr Spielraum als im Klassisch.»

Nächstes Jahr wieder dabei

Obwohl er nur ein wirklich sehr gutes Rennen, beim Sieg über 15 km Skating, hatte, zeigte sich Cologna mit seinen dritten Olympischen Spielen zufrieden. «Bei jeden Spielen mindestens einmal Gold für die Schweiz zu gewinnen, ist ja nicht schlecht», meinte er lachend. Es muss auch durchaus noch nicht das letzte Olympiarennen gewesen sein. «Das ist jetzt noch zu früh», sagte Cologna. Nächstes Jahr bei der WM in Seefeld sei er sicher noch dabei. «Und nachher sind ja vier Jahre schon bald wieder vorbei. Ich kann mir schon vorstellen, nochmals dabei zu sein.»

Kein Thema ist in dieser Saison der Gesamtweltcup. Cologna ist aktuell Zweiter hinter Johannes Hösflot Klaebo, der aber den Olympia-Fünfziger ausliess und nur noch schwer abzufangen wäre. Die nächsten Rennen in Lahti (3./4. März) und Drammen (7. März) wird der Schweizer auslassen und erst in Oslo wieder zum Einsatz kommen. «Vielleicht lanciere ich nochmals einen Angriff auf den 50er.» Im Langlauf-Mekka am Holmenkollen wird dann im Skating-Stil gelaufen.

(SDA)


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