Pilotenfehler und defektes Rudersystem Ursache für AirAsia-Absturz

Der Airbus wurde beim Aufprall auf hoher See komplett auseinandergerissen. Die Insassen hatten keine Überlebenschance (Archiv).
Der Airbus wurde beim Aufprall auf hoher See komplett auseinandergerissen. Die Insassen hatten keine Überlebenschance (Archiv). © KEYSTONE/AP/ACHMAD IBRAHIM
Ein Computerproblem und Fehlentscheidungen der Piloten haben zum Absturz der AirAsia-Maschine im vergangenen Dezember in Indonesien geführt. Das Wetter hatte nach Auswertung der Flugdaten keinen Einfluss.Fast ein Jahr nach dem Unglück am 28.

Dezember 2014 legte die indonesische Luftsicherheitsbehörde am Dienstag ihren Untersuchungsbericht vor. Hauptgrund für den Absturz von Flug QZ8501 war ein defektes Ruder-Steuerungssystem des Airbus A320.

Eine Lötstelle am Rudder Travel Limiter, der die Ruderausschläge begrenzt, sei defekt gewesen, heisst es im Untersuchungsbericht. Die Piloten erhielten mehrere Warnmeldungen. Ihre Bemühungen, den Fehler zu beheben, seien jedoch erfolglos geblieben.

Schliesslich hätten sie versucht, das System mittels Unterbrechung der Stromzufuhr zurückzusetzen und dabei zugleich den Autopiloten abgeschaltet. Im manuellen Flug sei der Airbus sodann in einen längeren starken Steigflug gegangen bis es zu einem Strömungsabriss gekommen sei. Daraufhin hätten die Piloten das Flugzeug nicht mehr kontrollieren können.

Dem Untersuchungsbericht zufolge verzeichnen Wartungsprotokolle des Flugzeugs in den vergangenen zwölf Monaten vor dem Absturz insgesamt 23 Probleme mit dem fehlerhaften Ruder-Steuerungssystem.

Ermittlungen ergaben, dass zum Unglückszeitpunkt anstelle des indonesischen Flugkapitäns, eines erfahrenen ehemaligen Kampfjetpiloten, der französische Kopilot am Steuer sass.

162 Menschen kamen am 28. Dezember ums Leben, als Flug QZ8501 des Billigfliegers auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur in die Javasee stürzte. Der Pilot des Airbus A320 hatte Gewitter und gemeldet und bat um Änderung der Flughöhe. Der Kontakt brach ab.

Erst fünf Tage später wurde das Wrack auf dem Meeresgrund der Javasee zwischen Indonesien und Singapur identifiziert. Es gab keine Überlebenden.

Die Flugdatenschreiber wurden zehn Tage später geborgen. Der Verkehrsminister sprach kurz darauf bereits von einem ungewöhnlichen Steigflug vor dem Absturz und vermutete einen Strömungsabriss.

(SDA)


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