Contini-Entlassung: «Eine ehrliche Lösung»

Von Laurien Gschwend
Giorgio Contini muss sich einen neuen Job suchen.
Giorgio Contini muss sich einen neuen Job suchen. © Keystone/Valentin Flauraud
Der Zeitpunkt kommt für viele überraschend, und doch halten sowohl eine Sportexpertin als auch einige Fans die Entscheidung, Giorgio Contini als Trainer des FC St.Gallen zu entlassen, für die richtige. Als Nachfolger werden grosse Namen gehandelt.

«In den vergangenen Wochen hat man gespürt, dass sich Continis Zeit in St.Gallen spätestens im Sommer dem Ende zuneigt», sagt Patricia Loher, Leiterin der Sportredaktion beim St.Galler Tagblatt, nach der Medienkonferenz des FCSG. Bei der neuen Führung, darunter Sportchef Alain Sutter, und Giorgio Contini seien zwei Kulturen aufeinandergeprallt. «Sie können nicht miteinander. Sowas passiert im Leben, dann ist eine Trennung die einzige Möglichkeit.»

Die Medienkonferenz zum Nachschauen:

Ein wohlüberlegter Entscheid

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St.Galler Tagblatt (Bild: Tagblatt/Hanspeter Schiess)

Dass der scheidende Cheftrainer und seine Spieler gleich am Morgen nach der Sitzung des Verwaltungsrates vom Entschluss erfahren haben, sei ein sauberer Weg. «Es ist eine ehrlichere Lösung, als Contini danach noch seine letzten Spiele machen zu lassen», findet Loher. Als Trainer des Nachwuchses beim FC St.Gallen habe Boro Kuzmanovic stets einen guten Ruf genossen, was ihn nun als Ad-Interim-Coach und künftiger Assistenztrainer der ersten Mannschaft qualifiziere. «Alain Sutter kennt ihn sehr gut, das ist ein wohlüberlegter Entscheid.»

Einen Wunschkandidaten für Continis Nachfolge hat die Sportexpertin nicht. «Es ist alles etwas schnell gegangen. Der neue Trainer sollte für offensiven Fussball einstehen und alle Spieler gleich behandeln.» Und die wichtigste Eigenschaft, die auch Alain Sutter wichtig sei: eine Menge Sozialkompetenz. Hier findest du Patricia Lohers ausführlichen Kommentar.

Salzgeber und Ruefer als Trainerduo?

Im FCSG-Forum und auf den Facebook-Seiten des FC St.Gallen und von FM1Today sind einige – mehr oder weniger ernst gemeinte – Persönlichkeiten als Contini-Nachfolger im Gespräch. Die Vorschläge der Community (die Liste ist nicht vollständig): Meistertrainer Marcel Koller (vereinslos), Lucien Favre (momentan noch bei Nizza), Beni Huggel (TV-Experte beim SRF), Urs Fischer (vereinslos), Murat Yakin (vereinslos), Hakan Yakin (vereinslos) und Lothar Matthäus (vereinslos) – letzterer soll im Kybunpark gesichtet worden sein. Auch das SRF-Duo Rainer Maria Salzgeber und Sascha Ruefer wird mit lachenden Emojis erwähnt.

Die Kommentare der Fans sind durchwachsen. «Einmal mehr: Die neue Führung geht erfrischend ihren eigenen Weg; Respekt für den Mut und die Gradlinigkeit», meint etwa «Intuition» im FCSG-Forum. Markus schreibt auf Facebook: «Es war der richtige Entscheid, Contini zu entlassen. Er war zu sehr mit dem alten System verbandelt.»

Der Zeitpunkt – ein No-Go

Andere kritisieren den «Schnellschuss» des Clubs: «Es kann nicht gut kommen, den Trainer zu entlassen, während man auf Europa-League-Kurs ist», kommentiert Christian. Auch Thomas versteht den Entscheid nicht, wie er in der Kommentarspalte von FM1Today kundgibt. «Trotz der Turbulenzen im Verein macht Contini eine ordentliche Hinrunde und unter der neuen Führung, seit gefühlt zehn Jahren, eine der besten Rückrunden und als Dank wird er entlassen.» «SG81» bedauert zwar, dass der FC St.Gallen und Contini getrennte Wege gehen. Trotzdem sei es die «einzig richtige Entscheidung».

Simon Krainbucher bedankt sich auf Twitter für Continis Engagement:

Währenddessen macht sich Marion Sorgen um die bisherigen Trainer, die auf der Lohnliste des FC St.Gallen stehen.

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