Contini-Fanclub sah Bruch kommen

Von Stephanie Martina
Der Contini-Fanclub reist für seinen Lieblingstrainer überall hin. Wohin fährt der Car in Zukunft?
Der Contini-Fanclub reist für seinen Lieblingstrainer überall hin. Wohin fährt der Car in Zukunft? © zVg
Dass der FC St.Gallen Giorgio Contini ohne Vorwarnung entlassen hat, bringt auch den Contini-Fanclub in eine missliche Lage. Schliesslich sind viele Mitglieder nicht nur Contini-, sondern auch FCSG-Fans.

Seit Jahren sitzt Silvan Scheiwiller, das Sprachrohr des Contini-Fanclubs, im Publikum – ganz egal, bei welchem Verein Giorgio Contini an der Seitenlinie stand. Als Contini vor einem Jahr engagiert wurde, um den FCSG vor dem Abstieg zu bewahren, war Scheiwillers Welt mehr als in Ordnung. Damals bezeichnete er es als das «Allergrösste», dass sein Niederbürer Mitbürger endlich bei seinem Lieblingsclub unterschrieben hat. Als er am vergangenen Samstag mit dem Fanclub auf der Tribüne des Kybunparks sass, hätte er nie gedacht, dass seine Welt wenig später ins Wanken geraten würde. Am Dienstag verkündete der Verwaltungsrat des FC St.Gallen, dass er die Zusammenarbeit mit Contini beendet habe.

«Vieles war unverständlich»

«Ich war überrascht», sagt Scheiwiller und fügt an: «Gleichzeitig habe ich aber auch immer irgendwie damit gerechnet, dass es zu einem Bruch kommen könnte.» Wie viele andere habe auch er seit längerem gespürt, dass es zwischen der Clubführung und Contini nicht mehr passt. Nachvollziehbar findet Scheiwiller diesen Entscheid des Verwaltungsrates allerdings ganz und gar nicht. «Für mich war vieles, was in den vergangenen Monaten geschah, unverständlich. Wie etwa, dass man Giorgio den Staff weggenommen hat.» Man habe es dem Coach nicht einfach gemacht. Zudem seien auch die neusten Saisonziele utopisch gewesen. Der Niederbürer vermutet, dass es Contini nach seiner Freistellung einerseits schlecht geht, er andererseits aber auch erleichtert sein wird.

Die Unterstützung ist Contini sicher

Giorgio Contini ist der einzige Schweizer Trainer, der einen eigenen Fanclub hat. Der aus einer Bieridee heraus entstandene Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Niederbürer Mitbürger zu unterstützen. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagt Scheiwiller, auch wenn es künftig vielleicht – wie damals, als Contini Vaduz-Trainer war – wieder ein Spagat werden würde, wenn Continis künftiger Verein auf St.Gallen treffe. Aber fürs Erste wünsche er sich für Contini und seine Familie, dass sie sich von diesem Schock erholen können. «Und für Giorgio hoffe ich, dass schon bald ein tolles Engagement hereinflattert. Von Winterthur bis Hamburg traue ich ihm alles zu.»


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