Credit Suisse verkleinert Investmentbank und US-Geschäft

Weiteres Umbauprogramm für die Credit Suisse: Die CS plant Milliardeneinsparungen und einen Börsengang für das Schweizer Geschäft.
Weiteres Umbauprogramm für die Credit Suisse: Die CS plant Milliardeneinsparungen und einen Börsengang für das Schweizer Geschäft. © KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Die Credit Suisse baut um: Bis 2018 will die Grossbank 3,5 Milliarden Franken sparen, die Organisation straffen und das Kapitalpolster um 6,05 Milliarden Franken verbessern. In der Schweiz soll die Credit Suisse gestärkt werden, während das US-Geschäft gestutzt wird.

Der neue CS-Chef Tidjane Thiam verfolgt mit dem Spar- und Umbauprogramm drei Ziele. So soll die Credit Suisse im Heimmarkt Schweiz gestärkt werden. Dazu will Thiam diesen Unternehmensteil an die Börse bringen.

Zweitens will der neue Chef die Vermögensverwaltung und das Private Banking weiter ausbauen. Insbesondere soll dabei dieses Geschäft in Asien weiter vorangetrieben werden. Diesem Bereich soll künftig auch mehr Kapital zur Verfügung stehen.

Und Drittens soll die Investmentbank auf die richtige Grösse gebracht werden, wie es in der Mitteilung vom Mittwoch heisst. Ziel dabei ist es, das Investmentbanking profitabler und gleichzeitig weniger volatil und kapitalintensiv zu machen.

In den USA will die Credit Suisse künftig nicht mehr direkter Ansprechpartner für vermögende Kunden sein. Demgegenüber sollen die Dienstleistungen – wie zum Beispiel das Investmentbanking- für reiche Kunden weitergeführt werden.

Das Privatbanking-Geschäft in den USA der Credit Suisse sei zurzeit nicht so positioniert, dass es ohne beträchtliche Investitionen mit der Konkurrenz mithalten und die von der CS angestrebten Profitabilitätsziele erreichen könne, schreibt die CS in ihrer Mitteilung vom Mittwoch. Darum habe die Grossbank entschieden, dass Geschäftsmodell dieser Geschäftseinheit anzupassen.

Konkret hat die Credit Suisse mit der US-Bank Wells Fargo ein Abkommen unterzeichnet, die es den US-Beratern der CS und ihren Klienten erlaubt, per Anfang 2016 zu Wells Fargo zu wechseln. Credit Suisse trennt sich also in den USA vom direkten Kundengeschäft.

Die Dienstleistungen für diesen Geschäftsbereich, das Investmentbanking und die Anlagenverwaltung, dagegen will die CS weiterführen. Credit Suisse hat mit Wells Fargo vereinbart, dass die Schweizer Grossbank diese Dienstleistungen für das Netz der US-Bank anbieten soll.

Mit der Strategieüberprüfung veröffentlichte die CS auch die Zahlen für das dritte Quartal. Unter dem Strich bleiben 779 Millionen Franken Gewinn. Das ist weit mehr als von einigen Analysten erwartet, aber weniger als im Vorjahresquartal.

Damals schrieb die Bank über eine Milliarde Gewinn. Sowohl im Privat Banking & Wealth Management wie auch im Investmentbanking seien die Ergebnisse durch geringe Kundenaktivitäten und ungünstige Marktbedingungen beeinträchtigt gewesen, schreibt die CS in der Mitteilung vom Mittwoch.

Die Investmentbank schrieb einen Vorsteuerverlust von 125 Mio. Franken. Im Privat Banking & Wealth Management blieb aber ein Gewinn. Der konzernweite Vorsteuergewinn betrug 861 Mio. Franken, was ebenfalls tiefer ist als im Vorjahresvergleich.

Die Netto-Neugeldzuflüsse bezeichnet die Bank mit 16,4 Mrd. Franken als stark.

(SDA)


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