Konventioneller Horror, wunderschön anzusehen

Mia Wasikowska in "Crimson Peak." (Archiv.)
Mia Wasikowska in "Crimson Peak." (Archiv.) © /AP Legendary Pictures and Universal Pictures/KERRY HAYES
Guillermo del Toro hat sich wieder einmal im Horrorgenre ausgetobt und zeigt den Zuschauern in “Crimson Peak” eine schrecklich-schaurige, dabei aber durchwegs schön anzusehende Welt. Optisch überzeugt der Film, inhaltlich mangelt es ihm an Punch.

England im ausgehenden 19. Jahrhundert: Die junge US-Amerikanerin Edith Cushing (Mia Wasikowska) kommt, frisch vermählt, auf das Anwesen ihres Mannes Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston). Das Allerdale Hall genannte Gemäuer beeindruckt die junge Frau aber nicht nur aufgrund seiner Ausmasse, sondern auch mit einem dem Verfall geschuldeten Gruselcharme. Nach dem plötzlichen, gewaltsamen Tod ihres Vaters eine eher ungeeignete Umgebung. Und dann sind da schliesslich noch diese Geräusche in der Nacht…

Del Toro, der gemeinsam mit Matthew Robbins das Drehbuch verfasste, macht von Anfang an keinen Hehl daraus, in welche Richtung er seinen Film bewegen möchte. Denn die Romanze des jungen Paares wird alsbald nicht nur von Thomas’ Schwester Lucille (herrlich bedrohlich: Jessica Chastain) mit Argwohn betrachtet, sondern rückt für Edith immer mehr in den Hintergrund, als sich Geister als stete Begleiter entpuppen.

Im Stile von vorangegangenen Rollen wie in “Jane Eyre” oder “Alice im Wunderland”, darf Wasikowska nicht nur in üppigen Kostümen durch enge Gänge wandeln, sondern beschreitet auch den klassischen Weg der Heldin, die sich von verschreckt zu unerschrocken mausert. Bei ihren Streifzügen durch verbotene Kemenaten entsteht ein Bild, das im Stile alter Horrorgeschichten auf das grosse Finale hindeutet.

So unterhaltend del Toro zu diesem Moment führt, so vorhersehbar gerät dieses Unterfangen. Bereits die ersten Minuten, die noch in den fernen USA spielen, lassen erahnen, wohin die Reise für Edith gehen wird. Da helfen auch die kunstvoll drapierte Ausstattung und verschnörkelten Strukturen von Allerdale Hall wenig, um vielleicht doch den einen oder anderen Schockmoment zu evozieren.

Letztlich bleibt eine solide Leistung der drei Hauptdarsteller, die im Rahmen ihrer Rollen das Möglichste herausholen.

(SDA)


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