Clinton und Trump bleiben Favoriten trotz Siege ihrer Gegner

Der erzkonservative Senator Ted Cruz aus Texas holt sich einen weiteren Vorwahlsieg in Kansas und hat die Unterstützung von Aktivisten.
Der erzkonservative Senator Ted Cruz aus Texas holt sich einen weiteren Vorwahlsieg in Kansas und hat die Unterstützung von Aktivisten. © KEYSTONE/AP/ORLIN WAGNER
Gegenwind für den umstrittenen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Sein Konkurrent Ted Cruz gewann am Samstag die Vorwahlen der Konservativen in den beiden US-Bundesstaaten Kansas und Maine mit deutlichem Abstand.

Trump entschied das wichtige Rennen in Louisiana und auch den Staat Kentucky für sich. In den vergangenen Tagen hatten führende Republikaner massiv Stimmung gegen ihn gemacht. Mit dem Ergebnis in Kansas verändere sich das Momentum, sagte Cruz zu Journalisten in Idaho. Bei den Republikanern ging es in den vier Staaten insgesamt um 155 Delegiertenstimmen. Es konnten jeweils nur registrierte Parteimitglieder abstimmen. Das ist offenbar ein Vorteil für Cruz, der sich als Alternative zum populistischen und in der Parteiführung umstrittenen Trump positioniert.

Es war auch die erste Abstimmung seit dem Rückzug von Ben Carson, der vor allem von religiös geprägten Amerikanern unterstützt wurde. In dieser Bevölkerungsgruppe ist auch Cruz stark vertreten.

Bei den Demokraten schlug Bernie Sanders die frühere US-Aussenministerin Hillary Clinton in Nebraska und Kansas deutlich. Clinton wiederum setzte sich in Louisiana gegen den 74-Jährigen durch.

Offiziell küren die beiden Parteien ihren Spitzenkandidaten auf Parteitagen im Sommer. Bei den Vorwahlen geht es um das Sammeln von Delegiertenstimmen für diese Parteikongresse.

Das gute Abschneiden von Cruz und Sanders hat für das Gesamtbild aber noch nicht viel zu bedeuten, weil die am Samstag gewonnenen Delegierten anteilig verteilt werden. Sie konnten noch nicht entscheidend aufholen, Trump und Clinton bleiben die Favoriten.

Bei den Republikanern wird viel davon abhängen, wie lange Marco Rubio und John Kasich noch durchhalten. Cruz appellierte an seine Konkurrenten, sich aus dem Rennen zurückzuziehen. “Das Feld muss sich weiter verkleinern. Solange das Feld weiter geteilt ist, hat Donald einen Vorsprung”, sagte der Senator von Texas.

Auch Trump rief Rubio dazu auf, seinen Wahlkampf zu beenden. “Ich denke, es ist Zeit, dass er sich verabschiedet”, sagte er in Florida. “Ich würde so gerne eins gegen eins mit Cruz kämpfen.”

Es war auffallend, dass Rubio am Samstag überall sehr schwach abschnitt. Das Establishment hatte versucht, ihn als Kompromisskandidaten aufzubauen. In Kansas und Louisiana landete der Senator von Florida auf dem dritten Platz. In Maine wurde er nur Vierter, dort holte Kasich den dritten Platz.

Der Gouverneur von Ohio hat bislang noch keine Vorwahl gewonnen. Rubio holte lediglich Minnesota. Cruz kommt auf sechs Staaten, Trump auf zwölf.

Er war als deutlicher Sieger der Konservativen aus dem “Super Tuesday” hervorgegangen, dem wichtigsten Tag der US-Vorwahlsaison. Die Parteiführung wurde darüber offensichtlich nervös. Es ist aber zu früh zu sagen, ob ihre massive Anti-Trump-Kampagne aus den vergangenen Tagen verfängt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang das gute Abschneiden Cruz’ bei einer Abstimmung Konservativer in Washington, Trump landete dort abgeschlagen. Bei dem Treffen hatten sich alle republikanischen Bewerber blicken lassen – ausser Trump. Er begründete seine Absage mit Wahlkampfterminen. Es wurde aber spekuliert, dass er zu viel Kritik fürchtete.

Mögliche Gründe für die Ergebnisse vom Samstag sind auch zwei Ereignisse der vergangenen Woche: zum einen Trumps zunächst nicht eindeutige Ablehnung des rassistischen Ku-Klux-Klans, zum anderen sein so schwaches wie niveauloses Auftreten bei der TV-Debatte der Republikaner am Donnerstag.

Bei den Demokraten setzte sich am Samstag ein Trend aus den vorherigen Abstimmungen fort: Clinton gewinnt in Staaten, in denen Schwarze einen hohen Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Kansas wiederum hat viele weisse Wähler, bei denen Sanders gut abschneidet. Der Senator von Vermont hatte zudem viel Zeit und Geld in den Wahlkampf in den beiden Bundesstaaten im mittleren Westen investiert.

Die nächste Vorwahl steht am Dienstag im industriell geprägten Bundesstaat Michigan an. Die Republikaner in Mississippi, Idaho und Hawaii stimmen dann ebenfalls ab. Die Vorentscheidung dürfte in beiden Parteien am 15. März fallen. Dann geht es um die Schlüsselstaaten Florida und Ohio sowie Illinois, Missouri und North Carolina.

(SDA)


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