Dank des sonnigen Augusts strahlen die Bademeister doch noch

Dank des sonnigen Augusts strahlen die Bademeister doch noch
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Der heisse August hat den verregneten Saisonstart der Schweizer Badis mehr als wett gemacht. Denn für die Schwimmbäder sind vor allem die Sommermonate Juli und August wichtig. Auch der September – der bisher zweitwärmste seit Messbeginn – ist aussergewöhnlich.

«Glücklicherweise war in diesem Jahr der August sensationell schön», sagte Patrick Müller, Leiter der Abteilung Badeanlagen der Stadt Zürich, zur sda. «Es hat sich bewahrheitet, dass ein schlechter Frühling kein Anlass für Panik ist.»

So verzeichneten die 14 Freibäder Zürichs in der besten August-Woche eine Viertelmillion Besucher. Insgesamt wurden bis vergangenen Montag 1,568 Millionen Eintritte gezählt.

In anderen Dimensionen denkt man in Biberstein AG, in der ersten Biobadi der Schweiz, die im Jahr 2000 ihre Tore öffnete. 2016 zählte man bislang 17’257 Badegäste, 2015 waren es 20’285.

Dies zeige, dass dieser Sommer nicht viel schlechter gelaufen sei wie der vergangene, sagte der Leiter der Badi Biberstein, Benedikt Rast. 2015 sei eher ein Hitzesommer gewesen, der die Leute nach draussen trieb, «Der Sommer 2016 war wettermässig wohl eher normaler.»

Im Berner Flussbad Marzili tauchten in den kalten Juni-Tagen zwar Badegäste auf, doch eher in Neopren als im Badekleid. Auch der Leiter des Sportamts der Stadt Bern, Christian Bigler, ist froh um die schönen Augusttage.

In Bern ist der Eintritt in alle Freibäder frei, doch sind die Restaurants und Kioske auf Gäste angewiesen. Gemäss Bigler besuchten bislang über 300’000 Personen das Marzili. 2015 waren es rund 450’000 gewesen.

«Wir hatten eine gute bis sehr gute Badesaison. Bei den Besucherzahlen waren in den letzten zehn Jahren nur 2013 und 2015 besser. Dieses Jahr hatten wir einen schlechten Juni. Aber der Juni ist nicht so massgebend. Wichtig sind die Monate Juli und August. Und diese waren gut, der August war sogar ausgezeichnet.»

Ähnlich das Bild 30 Kilometer weiter westlich in Freiburg. Das Motta-Bad schloss bereits am Sonntag seine Tore. Pierre Gisler, Leiter des städtischen Sportamts, nannte die Bilanz gegenüber der Zeitung «La Liberté» durchzogen.

Zuerst startete das Motta miserabel, doch dann wendete sich das Blatt. «In den letzten 14 Tage haben wir die besten Besucherzahlen der letzten fünf Jahre verzeichnet», sagte Gisler.

Genauso erging es der Stadt Lausanne: «Wir sind sehr schlecht in die Saison gestartet, um mit etwas sehr Gutem aufzuhören», sagte Christian Barascud, der Verantwortliche der Freibäder,«unter dem Strich hat es sich dann ausgeglichen.» Über die Jahre betrachtet sei die Saison leicht besser als normal gelaufen.

Dabei waren im Seebad Bellerive die Besucherzahlen per Ende Juni gegenüber 2015 um 70 Prozent gesunken. Doch dank August bis September schaffte es Bellerive auf Platz acht in der Statistik, die bis 1987 zurückgeht.

Auch in der Berner Langzeitbetrachtung dürfte es der Sommer 2016 gemessen an den Besucherzahlen als überdurchschnittlich in die Statistik eingehen.

Der September 2016 war bislang aussergewöhnlich, wie Sportamtschef Bigler andeutete: «Wir haben jetzt schon mehr Eintritte als in den jeweiligen Septembermonaten der letzten zehn Jahre.» Und die meisten Berner Badis stehen noch bis 25. September offen.

Gemäss MeteoSchweiz war der September in den ersten zwei Wochen mit einer Durchschnittstemperatur von 19,8 Grad im Mittelland extrem warm. Das sei der zweithöchste Wert seit Messbeginn 1864. Im Tessin wurden mit einer Durchschnittstemperatur von 23 Grad alle Rekorde gebrochen.

Bis Ende Juli waren in Schweizer Seen und Flüssen 30 Menschen ertrunken. Zwei weitere Menschen ertranken in einem Schwimmband. Seitdem ertranken gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur sda noch mindestens weitere neun Menschen. Das bisher letzte Opfer ist ein 10-jähriger Knabe: Er starb am Mittwoch in Eglisau ZH, nachdem er von einem Baum in den Rhein gesprungen war.

Die definitive Bilanz der Badeunfälle 2016 liegt erst Ende September vor, da die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) ihre Statistiken noch am Verifizieren ist, wie SLRG-Sprecher Philipp Binaghi auf Anfrage sagte.

(SDA)


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