Das Fürstenland auf dem Abstellgleis

Ostschweizer Bahnkunden fühlen sich benachteiligt.
Ostschweizer Bahnkunden fühlen sich benachteiligt. © St.Galler Tagblatt/ Urs Bucher
Schlechtere Verbindungen und altes Rollmaterial – das Fürstenland hat beim SBB-Fahrplanwechsel letzten Dezember keine guten Karten gezogen. Besserung ist vorläufig keine in Sicht.

“Selbstverständlich nehmen wir die Rückmeldungen aus der Bevölkerung und der Politik ernst”, sagt Reto Schärli, Sprecher der SBB. Die Situation mit den regionalen Zugsverbindungen zwischen Wil und Gossau sind für viele Pendler im Fürstenland unbefriedigend. Wichtige Entlastungszüge am frühen Morgen wurden ersatzlos gestrichen, die Wartezeit auf Anschlüsse haben sich verlängert.

Für grossen zusätzlichen Ärger sorgt das Rollmaterial der SBB. Die Waggons sind bis zu 30 Jahre alt, von Niederfluhr keine Spur. Familien mit Kinderwagen, alte Leute und Behinderte haben Mühe, die schmalen Treppen hochzusteigen.”Wil hat echt verloren” oder “Es ist immer das gleiche: Zürich profitiert und die Ostschweiz bleibt auf der Strecke” – so lauten die Kommentare auf FM1Today.

Keine Versprechungen von den SBB

SP-Kantonsrat Dario Sulzer aus Wil hat sich bereits mit einer einfachen Anfrage an die St.Galler Kantonsregierung gewandt. Er fordert, dass sie sich für besseres Rollmaterial auf den nächsten Fahrplanwechsel einsetzen soll.

Doch eine schnelle Änderung der Situation ist keine in Sicht: “Unser Rollmaterial ist auf eine Lebenszeit von 40 Jahren ausgerichtet. Solche ältere Wagons verkehren nicht nur im Fürstenland sondern in der ganzen Schweiz”, sagt Schärli.

Wann sich die Situation im Fürstenland ändern wird ist unklar. “Ich kann heute noch keine Versprechungen machen. Zusammen mit Bund und Kanton arbeiten wir an den Verbesserungen” , sagt Schärli. (agm)


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