Das Hoselupf-ABC – so schwingst du oben aus

Hoselupf ahoi - Das Eidgenössiche Schwingfest steht vor der Tür
Hoselupf ahoi - Das Eidgenössiche Schwingfest steht vor der Tür © keystone
Das Sägemehl ist verstreut. Die Bratwürste bestellt. Die bösen Buben zum Biegen und Brechen bereit. Dieses Wochenende findet in Estavayer-le-Lac das Eidgenössische Schwingfest statt. Damit du mitreden kannst, wenn vom Brienzer und dem “Gstellten” gesprochen wird, hier eine kleine Hilfe.

Schwingen wird immer beliebter. Nicht mehr nur die älteren Semester stehen am Sägemehl-Rand, auch immer mehr Junge begeistern sich dafür. Schwingen ist hip. Schwingen ist in. Darum ab in das ABC der hohen Schwingkunst.

A – Anschwingen

Als Anschwingen werden die ersten zwei Gänge eines Schwingfestes bezeichnet. Unter einem Gang versteht man ein Duell zwischen zwei Schwingern, bis jemand auf dem Rücken liegt oder der Kampf unentschieden ausgeht.

B – Brienzer

Der Brienzer ist einer der Hauptschwünge. Wie er funktioniert, siehst du im Video.

C – Chüehligurt

Die Kleidung an Schwingfesten ist meist sehr traditionell. Sprich neben dem Chüehligurt, darf auch das Edelweisshemd nicht fehlen. Und bei Bedarf die Krumme im Mund.

D – Doping

Ja, auch beim Schwingen wird gedopt. Jedoch nur im kleineren Rahmen. Seit die Dopingkontrollen an den Schwingfestern eingeführt wurden, hat man gerade mal drei gedopte Schwinger erwischt.

E – Ehrendamen

In wunderschönen Trachten und mit aufwändigen Frisuren überreichen die Ehrendamen dem Sieger am Schluss den Kranz.

Ehrfürchtig kniet der Schwinger vor der Ehrendame und lässt sich zum Sieger küren / keystone

Ehrfürchtig kniet der Schwinger vor der Ehrendame und lässt sich zum Sieger küren / Keystone

F- Fairness

Schwingen ist ein sehr fairer Sport. Traditionell wischt der Sieger dem Verlierer das Sägemehl von den Schultern.

G – Gstellte

Schwingerdeutsch für ein Unentschieden.

H – Hose

Die Schwingerhosen sind aus Zwilch gefertigt. Einem besonders resistenten und reissfesten Material. Für das Eidgenössische stellt ein Sattler im Emmental je 50 helle und 50 dunkle solcher Zwilchhosen her. Diese werden von den Schwingvereinen in der ganzen Schweiz im Voraus schon getragen, damit der Stoff nicht mehr so steif ist.

I – Imposant

Das Eidgenössische Schwingfest ist nur alle drei Jahre und zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Dieses Jahr werden 250’000 Besucher erwartet. Dazu kommen 4’000 Helfer, die schauen, dass auf dem 90 Hektaren grossen Gelände alles rund läuft.

Das "Eidgenössische" ist jedes Jahr ein riesen Volksfest / www.estavayer.ch

Das “Eidgenössische” ist jedes Jahr ein riesen Volksfest. / www.estavayer.ch

J- Jubeln

So schön jubeln die Schweizer Schwinger, wenn sie einen ihrer Konkurrenten auf den Rücken gelegt haben.


(Quelle: SRF)

K – Kranz

Nur wer einen Lorbeer-Kranz holt, darf sich selber als “Bösen” bezeichnen. Dies gebührt nur den Besten. Eine Regel besagt, dass nicht weniger als 15% und nicht mehr als 18% der Teilnehmer ausgezeichnet werden. Auch der Schwingerkönig erhält einen Kranz und keine Krone.

L – Leichtgewicht

Ein durchschnittlicher Schwinger wiegt 100 Kilogramm. Unter 90 Kilogramm gilt man schon als Leichtgewicht und muss mit guter Athletik, Technik und Ausdauer punkten.

M – Muni

Der Schwingerkönig kriegt nicht nur einen Kranz, sondern auch einen jungen Muni. Dieser heisst am eidgenössischen dieses Wochenende “Mazot de Cremo” und bringt zusätzlich ein Preisgeld von 25’000 Franken.

Kriegt auch einen Kranz: Der Hauptpreis-Muni / keystone

Kriegt auch einen Kranz: Der Hauptpreis-Muni (hier im Jahr 2007 mit Schwingerkönig Jörg Abderhalden)/ Keystone

N – Noten

In jedem Gang wird jeder Schwinger einzeln benotet. Die Noten (oder auch Punkte) gehen von 8,50 bis 10,00 und werden von drei Kampfrichtern vergeben.

O – Obmann

Der Obmann ist der oberste Verantwortliche. Bei einem “Gestellten” (haben wir gelernt, einem Unentschieden), entscheidet er mit dem Zentralvorstand, ob ein Schwingerkönig gekürt wird.

P – Päckli

Dieser Schwung erinnert irgendwie an das Raufen auf dem Schulhof.

Q – Quote

Das “Eidgenössische” lohnt sich auch für das Schweizer Fernsehen. Vor drei Jahren schauten knapp eine Million Zuschauer den Schlussgang. Das entspricht einem Marktanteil von fast 80 Prozent. Dieses Jahr könnten die Einschaltquoten noch höher liegen, da der Schwingsport immer beliebter wird.

R – Regeln

Wer die Schwingregeln genau kennen will, der kann sich auf der Regelseite von schlussgang.ch vergnügen.

S – Schlussgang

Die beiden Schwinger, die nach sieben Gängen die meisten Punkte haben, qualifizieren sich für den Schlussgang, sprich für das Finale.

T- Turnerschwinger

Die Schwinger treten in zwei verschiedenen Bekleidungen an. Als Turnerschwinger werden die Schwinger mit weisser Hose und weissem Shirt bezeichnet. Sie stammen zumeist aus einem Turnverein. Geschichtlich galten die Turnerschwinger lange als Städter, während die Sennenschwinger als ländliche Schwinger galten.

U – Überwurf

Voilà – ein Überwurf.

V – Verlierer

Bekommt immerhin von seinem siegreichen Gegner den Rücken vom Sägemehl befreit.

W – Wurf

Beim Schwingsport gibt es viele verschiedene Arten, seinen Gegner auf den Rücken zu werfen. Einer der gängigsten ist der “Brienzer” (siehe oben).

X – Xaver Omlin

Wer kennt ihn nicht? Den guten alten Xaver Omlin. Na gut, wahrscheinlich kennt ihn wirklich niemand. Der Gute schwang bereits in den 30er Jahren. Beispielsweise 1934 beim “Eidgenössischen” in Bern.

Y – EstavaYer-le-Lac

Was? Hat ja da ein “Y” im Titel. EstavaYer. Muss reichen.

Z – Zuschauer

Wichtiger für uns sind die Regeln, die es für die Zuschauer gibt. Die sind zwar nicht fix. Aber unsportliches Verhalten (pfeifen, ausbuhen, etc.) und Regenschirme sind auf der Tribüne verpönt. Zum Glück ist für dieses Wochenende strahlender Sonnenschein vorausgesagt.

(dac)


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