“Das ist ein Serviceabbau auf dem Land”

Kaufen SBB-Kunden ihre Tickets über die App, können fünf Millionen Franken gespart werden.
Kaufen SBB-Kunden ihre Tickets über die App, können fünf Millionen Franken gespart werden. © KEYSTONE/Christian Beutler
Diese Woche liessen die SBB verlauten, dass sie ihre Billette nur noch selber verkaufen – vor allem über das Internet. Damit sollen fünf Millionen Franken jährlich gespart werden. Dritte dürfen ab dem 31. Januar 2017 keine Zugtickets mehr vertreiben. Dies sorgt für Widerstand. 

Der “Ostschweiz am Sonntag” zufolge trifft die Ankündigung der SBB schweizweit 52 Verkaufspunkte – alleine 20 in den Kantonen Thurgau und St.Gallen. “Wenn dieses Standbein wegbricht, müssen wir eine Stelle abbauen”, sagt die Ermatinger Kiosk-Betreiberin Margarete Klees gegenüber der Sonntagszeitung. Der Verkauf von SBB-Produkten mache 40 Prozent des Umsatzes aus.

Franchise-Unternehmen von Valora und Migrolino trifft der Entscheid ebenfalls. “Wir bedauern, dass wir den Billettverkauf nicht weiterführen können”, sagt Valora-Sprecher Mladen Tomic. Migrolino sah die Veränderung ankommen. “Wir haben damit gerechnet, dass dieses Business auslaufen wird”, sagt Sprecherin Stefanie Moser.

Auch die Tourist-Information in Rorschach vertreibt heute SBB-Billette. Stadtpräsident und St.Galler SVP-Nationalrat Thomas Müller möchte gegen den Entscheid vorgehen. “Das ist ein Serviceabbau auf dem Land”, sagt er gegenüber der “Ostschweiz am Sonntag”. In der am Montag beginnenden Septembersession hat er vor, einen Vorstoss einzureichen.

(red)


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