Das neue FCSG-Trikot unter der Experten-Lupe

Von Leila Akbarzada
Zur Saisoneröffnung wurden die neuen Trikots präsentiert.
Zur Saisoneröffnung wurden die neuen Trikots präsentiert. © Tagblatt/Urs Bucher
Der FCSG trägt beim heutigen Freundschaftsspiel gegen Kaiserslautern erstmals das neue Trikot. Nicht allen gefällt es. Für den Experten ist es ein Trikot, das sicher in der Super League auffallen wird.

“Gelungen, und reduziert auf das, was der FCSG ist: grün-weiss.” So lautet das Urteil von Fabian Rietmann vom Fussballmagazin SENF zum neuen Trikot des FC St.Gallen. “Schaut man die Trikots der Vergangenheit an, zeigt sich: Das neue Trikot mit dem diagonalen Schnitt und der Teilung in zwei Hälften hat eine Formsprache, die es so noch nie gegeben hat”, sagt der Experte. Rietmann hat alle Fussballtrikots des FCSG untersucht und analysiert.

Optimismus und Aufmerksamkeit

Das neue Trikot betont die Klubfarben grün-weiss. Zudem sieht der Trikotexperte eine klare Haltung in der Formsprache. “Die Diagonale von links unten nach rechts oben strahlt Optimismus aus”. Kombiniert mit ein paar kleineren Details sei das Tenue auch etwas fürs Auge. “Es fällt sicher auf in der Landschaft der Super-League-Trikots”.

Das neue Trikot für die Saison 16/17 (hinten: Auswärts-Trikot). (FCSG)

Für Rietmann ist das neue Trikot rundum stimmig. Das einzige, was man kritisieren könnte, wäre der Sponsoren-Balken auf der Brust des Heimleibchens. “Schön wäre, wenn diese Aussparung nicht sein müsste. Es ist aber verständlich, dass es so gemacht wurde, da es für den Kontrast wohl notwendig ist.”

Verspielte Farben und Formen in den 90ern

Ihn erinnert das Trikot ein bisschen an die Leibchen der 60er Jahre. Diese waren sehr einfach in der Formsprache: nur grün, oder einfach halbiert, oder vertikal geteilt. Erst in den 90er Jahren wurden die Trikots laut Rietmann verspielter, andere Farben und Formen sind damals entstanden. “Seit mehreren Jahren sind sie wieder eher einfach und reduziert”.

Nostalgische Liebe zu Trikots

Für Rietmann sind die alten Trikots die Schönsten, da er einen speziellen Bezug zu ihnen hat. “Mein Grossvater und mein Onkel haben beim FCSG gespielt”, erzählt er. Ein Trikot gefällt ihm besonders gut, und zwar das aus dem Jahre 1985. Es war ganz grün und hatte etwas hellgrünere Streifen drauf. Der Hundefutter-Hersteller Fido war damals Sponsor. “Es ist schlicht, ohne irgendwelchen Schniggschnagg. Der Schnitt ist einfach toll, und Fido ist halt mittlerweile ein Kultsponsor.”

Das Trikot aus dem Jahr 1985. (pd)

Fauxpas im 2010, No-go im 2004

Im 2010 leisteten sich die Designer jedoch einen Fauxpas, zumindest nach Meinung des Kenners. Es war das Neonshirt mit Rautenmuster drauf. “Das passte überhaupt nicht zum Fussball”, findet Rietmann. “Man hätte das Rautenmuster weggelassen und einfach nur das Neongrün beibehalten können mit einer grünen Overline. Das wäre moderner und sportlicher gewesen als dieses Altherren-Rautenmuster”.

Das Rauten-Trikot aus dem Jahr 2010. (pd)

Aus Fansicht sei natürlich das Auswärtstrikot aus dem Jahr 2004 ein absolutes No-Go gewesen, das in den Farben blau-weiss daherkam.

Das Auswärts-Trikot aus dem Jahr 2004. (pd)

Sportliche Erinnerung

Tragen richtige Fans eigentlich immer das aktuelle Trikot? “Ich glaube, viele kaufen das Trikot einfach dann, wenn es ihnen gefällt. Oder sie kaufen es des Erfolges wegen”, sagt Rietmann. Als Beispiel nennt er die Schärpe des Jahres 2013. Der FCSG war damals in der Europa League. Schärpe wie auch Trikot wurden sehr gut verkauft. “Das tragen auch heute noch viele”, sagt Rietmann. “Ich glaube, mit dem sportlichen Hintergrund bleibt ein T-Shirt mehr in Erinnerung und es wird auch mehr getragen.”


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