Das WEF geht los

Klaus Schwab, der Gründer des WEF, eröffnet das Forum in Davos.
Klaus Schwab, der Gründer des WEF, eröffnet das Forum in Davos. © KEYSTONE/EPA/LAURENT GILLIERON
Heute startet das 46. World Economic Forum (WEF) in Davos. Man hat viel über die erhöhten Sicherheitsmassnahmen und die vielen absenten Staatschefs gelesen. Doch um was geht es nochmals an dem Anlass?

Während vier Tagen wird in Davos wieder viel diskutiert und debattiert. 2500 Führungspersonen aus Wirtschaft, Politik, internationalen Organisationen, Medien und Wissenschaft tauschen sich in 250 Veranstaltungen aus. Entscheidungen oder Verträge werden an der Veranstaltung, die am 23. Januar endet, nicht gemacht.

Im Vorfeld des Anlasses sind vor allem die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und die Terrorgefahr im Zentrum gestanden. US-Vizepräsident Joe Biden ist mit dem Schutz der eigenen Armee angereist. Auf dem Flugplatz Dübendorf wurden doppelt so viele Flugzeuge erwartet wie die letzten Jahre.

Auch die Tatsache, dass weniger europäische Staatschefs als auch schon am diesjährigen WEF teilnehmen – beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel oder auch der französische Präsident Francois Hollande fehlen – hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Von der Schweiz sind sämtliche Bundesräte ausser Simonetta Sommaruga für “informelle Gespräche” am WEF.

Aber um was geht es eigentlich am WEF? Das Thema am diesjährigen WEF ist “Die vierte industrielle Revolution. Unter der vierten industriellen Revolution versteht man ganz vereinfacht gesagt die Technologisierung und Automatisierung der Arbeit. War ursprünglich in der Industrialisierung des 19.Jahrhunderts die Dampfmaschine eine grosse Errungenschaft und Hilfe für Unternehmer und Arbeitnehmer, ist die heutige Digitalisierung der Arbeitsschritte durch die vierte industrielle Revolution eine Bedrohung für Arbeitsplätze.

Durch durch den nächsten technologischen Wandel und die Digitalisierung gehen weltweit mehr als sieben Millionen Jobs verloren. Doch im Zuge der Entwicklung werden auch etwa zwei Millionen neue Jobs geschaffen, ergab eine WEF-Studie.

Vor den grössten Herausforderungen stehen Brachen wie das Gesundheitswesen, die Finanzindustrie oder auch Energiesektor. WEF-Gründer Klaus Schwab warnte bereits im Vorfeld vor zunehmender Arbeitslosigkeit, wenn Mitarbeiter nicht bald für die Zukunft aus- oder weitergebildet werden.

14’000 Teilnehmer werden erwartet

“Das WEF ist kein Anlass, es ist eine Gemeinschaft”, sagte Gründer Klaus Schwab am Dienstagabend in einer kurzen Eröffnungsrede. Den über 2500 Teilnehmenden wünschte er für die kommenden Tage drei Sachen: Viele neue Freundschaften, eine umgestaltende Idee – nicht nur für ihr Unternehmen, sondern auch für sie selbst – und die Überzeugung, dass die “Zukunft des globalen Dorfes nur mit Dialog, Zusammenarbeit und Kommunikation bewältigt werden kann”.

Das Programm des diesjährigen Forums umfasst mehr als 100 Seiten. Es geht um Konflikte und neue globale Herausforderungen. Das übergreifende Motto lautet: “Die Meisterung der vierten industriellen Revolution”. Darunter versteht das WEF die rasant fortschreitende technologische Entwicklung des Internets, leistungsfähiger Sensoren, künstlicher Intelligenz und des maschinellen Lernens.

Laut WEF kostet das Jahrestreffen umgerechnet 35 Millionen Franken – durchschnittlich 14’000 Franken pro Teilnehmer. Dabei zahlen die meisten Gäste Anreise und Unterkunft selber.

Die Kosten für die Sicherheit sind nicht bekannt, das Dispositiv ist wie in den letzten Jahren erneut riesig. 1000 Polizisten und 3000 Soldaten sind im Einsatz, 2000 weitere in Reserve. Kampfjets sichern den gesperrten Luftraum, am Boden sollen Flugabwehrwaffen, Strassensperren und Sicherheitsschleusen schützen.

Die rund 90 Hotels und weit mehr Restaurants in Davos sind ausgebucht – und meist viel teurer als sonst. Das WEF ist bei der Prominenz auch beliebt für die langen Nächte: Dutzende Partys finden statt, die begehrtesten mit Vertretern des Hochadels und aus Hollywood. Gastronomen haben den Gesamtumsatz voriges Jahr auf über 38 Millionen Franken geschätzt.

(SDA/red)


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