David-Bowie-Strasse in Berlin gefordert

Trauerstätte vor dem Gebäude in Berlin, in dem David Bowie einst wohnte. Die Strasse, an der das Haus steht, soll nach dem Musiker umbenannt werden.
Trauerstätte vor dem Gebäude in Berlin, in dem David Bowie einst wohnte. Die Strasse, an der das Haus steht, soll nach dem Musiker umbenannt werden. © /AP/MICHAEL SOHN
Nach dem überraschenden Tod der Musiklegende David Bowie wollen trauernde Fans eine Strasse in Berlin nach dem Musiker benennen. Bowie hatte in den 70er Jahren in der Hauptstrasse im West-Berliner Stadtteil Schöneberg gelebt.

“Hauptstrassen gibt es viele in Berlin, aber noch keine David-Bowie-Strasse”, heisst es in einer Online-Petition auf der Plattform change.org. Bis Dienstagnachmittag unterzeichneten mehrere Hundert Menschen den Aufruf.

Umbenennung erst fünf Jahre nach Tod möglich

Der für die Schöneberger Hauptstrasse zuständige Bezirksstadtrat Daniel Krüger schloss die Umbenennung der Strasse nicht aus. Es gebe aber in Berlin ein Gesetz, das sage: Eine Strasse dürfe erst fünf Jahre nach dem Tod eines Menschen nach der Person benannt werden, erklärte der CDU-Politiker. Denkbar sei auch, mit einer Stele oder einer Gedenktafel an Bowies früherem Wohnort an ihn zu erinnern.

In Berlin, London und New York erinnerten auch am Dienstag noch Blumen, Bilder und Kerzen an früheren Wohnorten an den Künstler. Bowie war am Sonntag, nur zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag, an Krebs gestorben. Kaum jemand hatte von der Krankheit gewusst.

“Er wollte weiterleben”

Details zur Beisetzung des Popstars waren am Dienstag noch nicht bekannt. Der britischen “Times” berichtete der Regisseur Ivo van Hove, wie er bis wenige Wochen vor dessen Tod mit Bowie zusammengearbeitet habe. “Es war eine sehr intensive Zeit, weil er manchmal sehr krank und in Behandlung war, aber er kam so viel wie möglich zu den Proben”, sagte er. Der Belgier hatte beim Musical “Lazarus” Regie geführt, das im Dezember in New York Premiere gefeiert hatte. Bowie hatte Musik dafür komponiert.

Van Hove sagte der Zeitung, er habe nicht über Bowies Krebserkrankung sprechen dürfen. “Er war am Ende sehr zerbrechlich – körperlich, nicht psychisch.” Nachdem Bowie den Applaus nach der Premiere auf der Bühne entgegengenommen habe, habe er sich setzen müssen – aber vorgeschlagen, ein weiteres Musical zu machen. “Ich fühlte, dass er nicht mit dem Tod kämpfte, sondern um das Leben – er wollte weiterleben.”

Spotify: Bowie-Abrufe um 2822 Prozent angestiegen

Nachdem die Fans am Montag vom Tod des Ausnahmekünstlers erfahren hatten, trösteten sich viele mit seiner Musik. Die Streaming-Plattform Spotify meldete, die Bowie-Abrufe seien um 2822 Prozent angestiegen. Am häufigsten wurden die Lieder gehört, die wohl auch in den meisten Wiedergabelisten ganz oben stehen: die Hits “Heroes” und “Let’s Dance”.

(SDA)


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