Dem Schandfleck geht es an den Kragen

Dem Schandfleck geht es an den Kragen
© Die konkursite Grosssägerei in Domat-Ems (KEYSTONE/Jakob Menolfi)
Das Areal der ehemaligen Grosssägerei in Domat/Ems soll neu belebt werden. Der Kanton Graubünden will auf dem Gebiet Unternehmen ansiedeln. Er plant eine “hochstehende Industriezone von nationaler Bedeutung”.

Schon fünf Jahre liegt das Areal der ehemaligen Grosssägerei Mayr-Melnhof in Domat/Ems brach. Seit dem Konkurs des einstigen Vorzeigeunternehmens gammelt das Grundstück vor sich hin. Unterdessen konnte aber der Kanton Graubünden das Gebiet kaufen. Für 10,8 Millionen Franken erwarb er das Baurecht von der aktuellen Besitzerin, der Pfeifer-Gruppe.

Der Kanton legt bei diesem “Deal” allerdings kräftig drauf und bezahlt fast neun Millionen mehr als Pfeifer beim Kauf vor neun Jahren. Weshalb dem so ist, erklärte die Regierung bislang noch nicht.

“Hochstehende Industriezone”

Trotz der Diskrepanz beim Kaufpreis will Graubünden laut Medienmitteilung nun Nägel mit Köpfen machen. Entstehen soll eine “hochstehende Industriezone von nationaler Bedeutung”. Nicht mehr und nicht weniger. Immerhin ist bereits ein Unternehmen bekannt, welches auf dem Areal einziehen soll: Die Hamilton Plastics AG will am Grosssägerei-Standort 25 Millionen Franken investieren und 100 neue Arbeitsplätze schaffen.

Das soll aber erst der Anfang sein: In den nächsten zehn Jahren will der Kanton auf dem Gelände weitere 200 Stellen ansiedeln. Zudem wird auch Platz für eine neue Sägerei eingeplant, welche acht Hektare umfassen soll.

Für die bessere Erschliessung des Areals werden Graubünden weitere Kosten entstehen, deren Umfang allerdings noch unklar ist. Was man aber weiss: Auf die politische Gemeinde Domat/Ems und die Bürgergemeinde kommen keine weitere Kosten zu. (mla)


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