Den Young Boys fehlt noch die Reife

Djibril Sow versteckt seine Enttäuschung unter dem Trikot
Djibril Sow versteckt seine Enttäuschung unter dem Trikot © KEYSTONE/EPA KEYSTONE/THOMAS HODEL
Die Young Boys spielen in der Europa League auch gegen Partizan Belgrad ansprechend, stehen aber am Ende mit leeren Händen da. Für den Europacup ist das ausgeschiedene YB noch zu wenig reif.

In der Super League liegen die Young Boys sieben Punkte vor dem FC Basel, im internationalen Geschäft können sich die Berner aber noch viel von den Baslern abschauen. Etwa wie man über die gesamten 90 Minuten konsequent und konzentriert auftritt, die Chancen nutzt, die sich einem bieten, und gleichzeitig die gegnerischen Druckphasen unbeschadet übersteht. Es sind im Europacup noch mehr als in der Meisterschaft Details, die über Sieg und Niederlage entscheiden.

YB-Trainer Adi Hütter stellte seiner Mannschaft nach der Niederlage bei Partizan Belgrad und dem Out aus der Europa League ein positives Zeugnis aus und das durchaus zu Recht. Die Berner machten über die gesamte Spielzeit den besseren Eindruck als die Serben. Bloss: Punkte brachte das keine ein, weil der Schweizer Vertreter zu Beginn beider Halbzeiten zu passiv agierte und prompt mit Gegentoren bestraft wurde. Derweil fehlte dem Angriff, der in der Super League auf Hochtouren läuft, die Präzision und die Durchschlagskraft.

Es tue ihm leid für die Spieler, sagte Hütter, der die kämpferisch Einstellung seiner Mannschaft hervor hob und daran erinnerte, dass die in Belgrad eingesetzten zentralen Mittelfeldspieler Djibril Sow und Michel Aebischer erst 20 Jahre alt sind. Vielleicht sei man noch etwas zu naiv in gewissen Situationen. «Wir haben bei den Gegentoren nicht gut aufgepasst», monierte der Österreicher, der auf Sekou Sanogo und Steve von Bergen verzichten musste.

Es gibt ohne Frage mildernde Umstände, die YB geltend machen kann, aber unter dem Strich fällt die Bilanz der fünften Europa-League-Gruppenphase der Berner enttäuschend aus. Drei Remis, zwei Niederlagen und nur fünf erzielte Tore nach fünf Spieltagen sind vor allem angesichts der nicht übermächtigen Gegner Skenderbeu und Partizan ungenügend. Nur Dynamo Kiew gehört aus dieser Gruppe zur gehobeneren europäischen Klasse.

Am letzten Spieltag vom 7. Dezember geht es für die Young Boys gegen die Albaner von Skenderbeu im Stade de Suisse nur noch um die Ehre. Mit einem Sieg könnte YB zumindest den letzten Platz noch an den albanischen Cupsieger abgeben. Daran dachte Hütter in Belgrad aber nicht. Für ihn steht nun wieder das nationale Geschäft im Vordergrund, in erster Linie die Super-League-Partie vom Sonntag beim ebenfalls in der Europa League gescheiterten Lugano und der Cup-Viertelfinal am Donnerstag gegen St. Gallen.

(SDA)


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