Der Belchen-Tunnel auf der A2 bekommt eine dritte Röhre

Seit Dienstagmittag frisst sich die grösste, je in der Schweiz in Betrieb genommene Tunnelbohrmaschine durch den Belchen. Der Startschuss dazu erfolgte an einer Andrehfeier beim Südportal in Hägendorf SO.
Seit Dienstagmittag frisst sich die grösste, je in der Schweiz in Betrieb genommene Tunnelbohrmaschine durch den Belchen. Der Startschuss dazu erfolgte an einer Andrehfeier beim Südportal in Hägendorf SO. © Keystone/GEORGIOS KEFALAS
Beim Südportal des Belchen-Tunnels in Hägendorf SO ist am Dienstag der Startschuss zum Bau einer 500 Millionen Franken teuren Sanierungsröhre gefallen. Diese soll 2022 in Betrieb genommen werden, damit die bestehenden Röhren danach nacheinander saniert werden können.

Der Bau eines dritten Tunnels sei zwar teurer als die Schliessung jeweils einer der beiden Röhren für die Sanierung, sagte Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen (Astra), laut Redetext am Dienstag bei der Andrehfeier in Hägendorf SO.

Volkswirtschaftlich sei dieses Vorgehen – ob am Belchen, oder am Gotthard – aber sinnvoll. Damit könne man “Bauen, ohne zu stauen” und gleichzeitig grosse volkswirtschaftliche Schäden mit einem Einfluss auf Tausende von Arbeitsplätzen verhindern.

Mit einem Schilddurchmesser von fast 14 Metern, einer Länge von 75 Metern und einem Gewicht von 2000 Tonnen ist die am Belchen zum Einsatz kommende Tunnelbohrmaschine die derzeit grösste in der Schweiz. Sie soll voraussichtlich in drei Jahren auf der Nordseite in Eptingen BL wieder ans Tageslicht kommen.

Der Sanierungstunnel wird parallel mit einem Abstand von zwischen 40 und 116 Metern zum bestehenden Tunnelsystem durch den Berg getrieben. Dabei werden 470’000 Kubikmeter Material ausgebrochen. Der Ausbruch führt durch schwierige geologische Verhältnisse mit hohem Quellpotential.

Bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, mussten mehr als 1600 Geburtshelferkröten, so genannte Glögglifrösche, in neu geschaffene Ersatzlebensräume umgesiedelt werden. In Eptingen wird zudem ein Kleintierkorridor errichtet.

Wenn der Sanierungstunnel 2022 in Betrieb genommen werden kann, werden die beiden aus den 1970er Jahren stammenden bestehenden Röhren totalsaniert. Jeweils eine der beiden bisherigen Röhren ist während der Sanierungsarbeiten befahrbar, so dass in Nord- und in Südrichtung wie bisher je zwei Spuren zur Verfügung stehen.

Durch die beiden richtungsgetrennten Doppelspurröhren des A2-Strassentunnels rollen derzeit durchschnittlich 55’000 Fahrzeuge täglich. 11,5 Prozent davon entfallen auf den Schwerverkehr.

Der Tunnel ist nicht nur für den Nord-Südverkehr via Gotthard von grosser Bedeutung, sondern auch für den Schweizer Binnenverkehr zwischen dem Raum Basel und dem Mittelland bzw. Basel und der Westschweiz.

(SDA)


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