EM-Silber für die Schweizer Radprofis

Bradley Wiggins - im Bild nach dem Gewinn der Goldmedaille im Zeitfahren der Strassen-WM 2014 in Ponferrada (Sp) - tritt in Grenchen nicht zur Einzelverfolgung an. Damit platzt das Duell mit dem Schweizer Weltmeister Stefan Küng
Bradley Wiggins - im Bild nach dem Gewinn der Goldmedaille im Zeitfahren der Strassen-WM 2014 in Ponferrada (Sp) - tritt in Grenchen nicht zur Einzelverfolgung an. Damit platzt das Duell mit dem Schweizer Weltmeister Stefan Küng © KEYSTONE/AP/DANIEL OCHOA DE OLZA
Für die Schweiz gibt es im Bahnvierer die Silbermedaille an der EM in Grenchen. Nur Grossbritannien vermag die Schweiz zu schlagen. In der Einzelverfolgung verzichtet der prominenteste EM-Teilnehmer Sir Bradley Wiggins auf eine Teilnahme.

Es wäre am Samstag in der seit 2012 nicht mehr olympischen Einzelverfolgung so etwas wie ein Duell der Generationen geworden. Auf der einen Seite der aufstrebende Schweizer Weltmeister, der Thurgauer Stefan Küng, auf der anderen Seite der britische Sir Bradley Wiggins, der die Einzelverfolgung einst dominiert hatte, bevor er auf die Strasse wechselte, 2012 die Tour de France gewann und diesen Frühling auf die Bahn zurück kehrte.

Wiggins reist nach dem Triumph mit dem Team jedoch aus der Schweiz ab; es bleibt bei dem einen Aufeinandertreffen der beiden EM-Protagonisten. In der Mannschaftsverfolgung setzte sich der sechsfache Bahn-Weltmeister Wiggins mit seinen Teamkollegen gegen die Schweiz klar durch und gewann seinen zweiten EM-Titel auf der Bahn, nachdem er 2003 bereits einmal im Derny triumphiert hatte.

“Er ist eine Legende. Ich wäre gerne gegen ihn gefahren und es wäre ein toller Vergleich gewesen für mich”, so Stefan Küng nach dem Gewinn von Silber in der Mannschaftsverfolgung. Ohne Wiggins, der in der Einzelverfolgung dreimal Weltmeister und zweimal Olympiasieger geworden war, tritt Küng erst recht als Favorit an.

Wiggins und der Bahnradsport – das ist so etwas wie eine alte Liebe, die nie ganz erloschen und spätestens in diesem Frühjahr wieder aufgeblüht ist. Denn im Herbst seiner Karriere besinnt sich der mittlerweile 35-jährige Ausnahmefahrer noch einmal auf seine Ursprünge.

Wiggins, der nach dem Triumph an der Frankreich-Rundfahrt von der Queen zum Sir geadelt wurde, beendete seine Karriere auf der Strasse im April mit einem 18. Rang bei Paris-Roubaix. Seither verbesserte er in London den Stundenweltrekord und schloss er in Grenchen mit dem ersten EM-Gold in der Mannschaftsverfolgung eine der wenigen Lücken in seinem Palmares.

Das Rennen im Velodrome von Grenchen war indes nur ein Zwischenschritt. Das nächste grosse Ziel visiert Wiggins für den kommenden August an, wenn er in Rio in der Mannschaftsverfolgung seinen insgesamt fünften Olympiasieg anstrebt. Danach dürfte die ruhmreiche Karriere des Superstars enden.

(SI)


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